Erstellt am 21. Oktober 2015, 06:12

von Redaktion Gmünd

Keine Weihen-Jagd. Vogelbeobachter meinen, dass Weihen getötet werden, Bezirksjägermeister Haidl kann sich das nicht vorstellen.

Weihen gibt es auch im Bezirk Waidhofen, diese sind ganzjährig geschont.  |  NOEN, Samwald
Für große Aufregung sorgte vor kurzem der Fund von 37 toten Rohrweihen - einer geschützten Greifvogelart - in einem abgeernteten Feld im Weinviertel.

Die „Vogerlbande“ - eine Vereinigung von Vogelbeobachtern im Waldviertel, sieht Probleme auch im Waldviertel. „Nur wenige wissen, dass speziell im nördlichen Waldviertel Greifvögeln massiv nachgestellt wird. Konkret handle es sich um Gebiete nördlich von Raabs“, heißt es in einem Rundmail. Angeblich gibt es eine Tonbandaufnahme, in der ein Jäger von Hunderten erlegten Greifvögeln berichtet. Das Mitglied der „Vogerlbande“ ist nach seinen Angaben mit dem Landeskriminalamt im Kontakt.

x  |  NOEN, Rene Denk


Die NÖN konfrontierte mit diesen Aussagen Bezirksjägermeister Albin Haidl, der selbst Mitpächter einer Genossenschaftsjagd im Raum Raabs ist. Haidl bestätigt, dass es auch im Waldviertel Weihen gibt, die in den letzten Jahren auch vermehrt aufgetreten sind und ganzjährig geschont sind. Die Weihe ist ein Taggreifvogel und als einziger Greifvogel ein Bodenbrüter.

Dass Weihen oder andere Greifvögel rund um Raabs oder im Bezirk Waidhofen abgeschossen werden, kann sich Haidl, der auch Landesjägermeister-Stellvertreter ist, nicht vorstellen. „Das ist verboten, wer das macht, würde sofort die Jagdkarte verlieren!“

Zwischen 2005 und 2013 habe es aber sehr wohl bewilligte Abschüsse von Greifvögeln gegeben, so durften im Bezirk Waidhofen fünf Bussarde im November und Dezember erlegt werden. „Das wurde allerdings auch damals nicht immer ausgeschöpft, lediglich 2010 und 2012“, erzählt Haidl weiter.
Haidl verweist auch darauf, dass die Maßnahmen für das Niederwild auf Bio-Diversitätsflächen (Brachflächen), wie auch in seinem Revier, auch den Vögeln zugutekommen.