Erstellt am 19. April 2017, 14:38

von NÖN Redaktion

Tragischer Unfall in Selch endete tödlich. Der pensionierte Landwirt Karl Köck wollte Osterschinken selchen und geriet dabei in Brand. Begräbnis am Freitag.

Der 78-jährige pensionierte Landwirt und ausgezeichnete Feuerwehrmann Karl Köck kam tragisch beim Selchen ums Leben.  |  privat

Dramatische Szenen ereigneten sich am 15. April gegen 12.40 Uhr. Sie kosteten den 78-jährigen Karl Köck das Leben.
Der pensionierte Landwirt führte seit den frühen Morgenstunden Selcharbeiten durch. Er wollte für seine Lieben einen Osterschinken selchen. Was dann um die Mittagszeit passierte, kann nicht mehr genau festgestellt werden. Vermutlich kam Köck bei der Kontrolle des Fleisches mit seiner lockeren Hose zu Nahe an das offene Feuer in der Selchkammer. Dabei dürfte das Kleidungsstück Feuer gefangen haben.

Der gebrechliche Mann ging daraufhin zum Eingangsbereich der Wirtschaftskammer und versuchte, sich mit einem Wasserschlauch selbst zu löschen, was misslang. Er kam dann zu Sturz und blieb mit dem Kopf Richtung Selchfeuer liegen. Eine seiner Töchter nahm das Feuer und den Rauchgeruch wahr. Sie verständigte ihren Gatten, der mit dem Handfeuerlöscher den in Flammen stehenden Schwiegervater löschte. Im Anschluss brachten sie den Schwerverletzten aus dem Gefahrenbereich in den Innenhof, legten ihn auf den Boden und begannen mit Erste-Hilfe-Maßnahmen, bis die Rettungskräfte eintrafen.

„So etwas kann man sich gar nicht vorstellen. Er muss in Vollbrand gestanden haben.“
Martin Handl, Feuerwehrkommandant Groß Gerharts

Die Stabilisierung des Brandopfers erwies sich als schwierig. Der Notarzthubschrauber Christophorus II brachte den Mann gegen 14.10 Uhr in die Verbrennungsambulanz des AKH Wien.

Bei der Versorgung im Innenhof dürfte Köck bei Bewusstsein gewesen sein. Er hatte Verbrennungen zweiten und dritten Grades und eine Rauchgasvergiftung erlitten. Um 18.53 erlag Karl Köck seinen schweren Verletzungen. Laut AKH kam Köck in Folge seiner schweren Rauchgasvergiftung ums Leben. Zusätzlich wiesen 95 Prozent seiner Körperoberfläche Verbrennungen auf.

Der Groß Gerhartser Feuerwehrkommandant Martin Handl wurde zur Brandabsicherung der Selch hinzugerufen. Er schildert die dramatischen Szenen, als er seinen Feuerwehrkameraden sah: „So etwas kann man sich gar nicht vorstellen. Er muss in Vollbrand gestanden haben“, zeigt sich Handl im NÖN-Gespräch schockiert und schwer betroffen. Köck war als Feuerwehrmann immer sehr engagiert, von 1976 bis 1984 war er Feuerwehrkommandant-Stellvertreter der Groß Gerhartser Wehr an der Seite seines Schulfreundes und Kommandanten Willi Sauer. Köck trug das Verdienstzeichen 3. Klasse des NÖ Feuerwehrverbandes, absolvierte die „Feuerwehrmatura“ (FF-Leistungsabzeichen in Gold) und war auch sonst in seiner Zeit als Feuerwehrmann sehr aktiv, beispielsweise als Mitglied der Sprenggruppe.

2015 wurde er für seine 60-jährige verdienstvolle Tätigkeit bei der Feuerwehr ausgezeichnet. „Er war auch beim Feuerwehrhaus-Zubau voll dabei und hat sehr viel gemacht“, erinnert sich Handl. Im Reservestand zog er sich allmählich vom Feuerwehrgeschehen zurück. „Es ist ein Schock für die ganze Feuerwehr. Sein Enkel ist bei uns Mitglied und seine Familie unterstützt die Feuerwehr sehr stark“, drückt Handl seine Betroffenheit aus und möchte nun, so gut es geht, die Familie unterstützen.

Der ehemalige Präsident des Niederösterreichischen Roten Kreuzes, Willi Sauer, zeigt sich ebenfalls schwer schockiert: „Wir sind derselbe Jahrgang, sind miteinander aufgewachsen, haben gespielt und sind gemeinsam in die Schule gegangen. Karl war sehr engagiert im Dorf und immer sehr fleißig“, sagt Sauer zur NÖN. Trotz seiner Knieoperationen hätte er noch immer im Wald gearbeitet. Zuletzt benutzte er meistens einen Stock als Gehhilfe.

Köck hinterlässt seine Gattin Maria, vier Töchter, zahlreiche Enkelkinder und ein Urenkerl. Der Verstorbene wird am Freitag, 21. April, ab 13.30 Uhr in der Pfarrkirche Thaya aufgebahrt. Im Anschluss an die Heilige Messe wird er im Fa