Erstellt am 06. April 2016, 06:44

von NÖN Redaktion

190 Kilometer zu Fuß bis Mariazell. Gelübde für den Bau des neuen Feuerwehrhauses in der Vorwoche in sieben Tagen eingelöst.

Schon bei der Eröffnung des neuen Feuerwehrhauses Groß Siegharts übergab Kommandant Christian Reegen an Manfred Damberger einen Wanderrucksack für die Fußwallfahrt nach Mariazell. Nun brauchte ihn der WAV-Vorstandsdirektor und Bezirksfeuerwehrkommandant tatsächlich.  |  NOEN, Hannes Ramharter
Am Anfang standen die Probleme, die die Feuerwehr Groß Siegharts-Stadt in ihrem alten, viel zu klein gewordenen Haus hatte: Nach mehreren Jahren des „Dahinwurstelns“ gab es die Idee, den Neubau des Hauses mit dem Bau von Wohnungen zu kombinieren.

Und weil es letztlich klappte, kam die Idee, dass man dafür nach Dreieichen gehen sollte - immerhin einen guten Tagesmarsch von Groß Siegharts entfernt. „Dafür sollte es wohl Mariazell werden“, hatte daraufhin der Vorstandsdirektor der Siedlungsgenossenschaft Waldviertel und Bezirksfeuerwehrkommandant Manfred Damberger gemeint.

x  |  NOEN, BFKD Waidhofen/Stefan Mayer


Als das Feuerwehrhaus vor rund eineinhalb Jahren eröffnet wurde, übergab Kommandant Christian Reegen Damberger bereits symbolisch einen Wanderrucksack.
Am Ostermontag brachen schließlich Manfred Damberger, Christian Reegen und Hauptverwalter Christoph Fraisl, ebenfalls von der FF Groß Siegharts-Stadt, nach Mariazell auf.

Feuerwehrkurat Josef Pichler, segnete die Pilger und es ging los. Die ersten Kilometer führten über Stock und Stein, der Anstieg am Ellendser Berg war die erste Herausforderung, doch wusste zu diesem Zeitpunkt keiner der Pilger, dass dies nur eine „Bodenunebenheit“ war. Erstes Etappenziel war Etzmannsdorf. Am zweiten Tag ging es weiter 32 km bis Senftenberg, wobei in Droß ein „längerer Boxenstopp“ durchgeführt wurde. Am dritten Tag wurde der Dunkelsteiner Wald durchquert, Tagesziel war Weyersdorf.

Am vierten Tag wurde die Landeshauptstadt durchquert, Mittagessen gab es im Landhaus auf Einladung von Landeshauptmann Erwin Pröll, empfangen wurden die Pilger von der Waldviertler Nationalratsabgeordneten Martina Diesner-Wais.

Die schwierigste Etappe gab es am fünften Tag, über Hohenstein, teilweise noch schneebedeckt, nach Türnitz.
Der vorletzte Tag führte die Pilger über die Falkenschlucht nach Ulreichsberg, in Annaberg gab es ein gemeinsames Abendessen mit dem ehemaligen Bezirkshauptmann von Waidhofen, Franz Kemetmüller, der nun in Lilienfeld tätig ist.

Von 50 Freunden und Bekannten empfangen

Am Sonntag gab es für die letzten 16 km zahlreiche Begleiter für die Pilger, darunter auch den Bürgermeister von Groß Siegharts, Gerald Matzinger.

x  |  NOEN, BFKD Waidhofen/Stefan Mayer


In Mariazell wurden die Pilger von 50 Freunden und Bekannten empfangen. Otto Reegen übergab ihnen eine Erinnerungsurkunde, auch Pfarrer Pichler war wieder mit der historischen Wallfahrtsfahne da und zelebrierte eine Messe in der Basilika.

Manfred Damberger zieht im Gespräch mit der NÖN Bilanz: „Es war ein großes persönliches Erlebnis und die Bestätigung, dass der Geist stärker ist, als der Körper. Das beweist, dass ein klar formuliertes Ziel in jeder Lebenslage wichtig ist. Es war gut, dass wir die Herausforderung angenommen haben!“