Erstellt am 15. Dezember 2015, 14:24

von Michael Schwab

Aus für Wurth nach 59 Jahren. Groß Sieghartser Familienunternehmen Wurth konnte Teilquote nicht zahlen. 19 Dienstnehmer sind betroffen.

 |  NOEN, Erwin Wodicka

Nachdem im September des Vorjahres nach der Insolvenz des Maler- und Anstreicherbetriebes Wurth GmbH noch Hoffnung herrschte, das Unternehmen sanieren zu können, ist nun mit einer neuerlichen Konkurseröffnung die Geschichte des 1956 gegründeten Familienunternehmens nach 59 Jahren endgültig vorbei. 19 Dienstnehmer sind betroffen.

Eine Teilquote der vorhergegangenen Insolvenz aus dem Jahr 2014 konnte laut Creditreform nicht bezahlt werden. „Die Liquidität hätte unter dieser Zahlung stark gelitten“, erklärt Insolvenzverwalter Wolfgang Mayrhofer.

Leopold Kaufmann von der WWV-Group Steuerberatungs- GmbH, der die Wurth Gmbh als Schuldnervertreter vertritt, führt aus, dass Wurth im Vergleich zu Mitbewerbern um durchschnittlich 20% höhere Löhne bezahlte, die am Markt nicht untergebracht werden konnten. Fällige Kundenzahlungen waren zum Zeitpunkt der Quotenzahlung nicht vorhanden. Im Fachhandel reduzierten sich die Deckungsbeiträge durch die erhöhte Konkurrenzsituation.

Mitarbeiter sollen rasch ihre Löhne erhalten

Aktiva von 113.000 Euro stehen Passiva von 766.000 Euro gegenüber. Das vorhandene Vermögen wird verwertet und an die über 70 Gläubiger gleichmäßig verteilt.

Das Unternehmen soll noch bis zum Abschluss laufender Projekte in den kommenden Tagen weitergeführt und anschließend geschlossen werden. „Die vordringlichste Maßnahme ist nun dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiter ihr Löhne und Beendigungsansprüche rasch erhalten. Dazu werden wir kurzfristig eine Betriebsversammlung einberufen“, betont Mayrhofer.

Gläubiger können ihre Forderungen an Creditreform bis zum 3. Februar 2016 anmelden, die erste Gläubigerversammlung findet am 17. Februar am Landesgericht Krems statt.