Erstellt am 04. März 2016, 06:49

von Redaktion Gmünd

„Arbeit läuft sehr ehrlich ab“. Vizebürgermeister Gottfried Waldhäusl (FPÖ) zieht Bilanz über die Waidhofner Gemeindepolitik, die Verwaltung, die Finanzen der Stadtgemeinde und gibt Zukunftsaussichten.

»Es ist gelungen, die Finanzen zu stabilisieren, ohne dass dafür Gebühren erhöht werden mussten. Wir steigen auch endgültig aus dem Abenteuer Fremdwährungskredit aus, das der Gemeinde sehr viel Geld gekostet hat«, sagt Vizebürgermeister Gottfried Waldhäusl (FPÖ) im NÖN-Interview.  |  NOEN, René Denk

Seit knapp einem Jahr stellt die FPÖ erstmals in der Geschichte in Waidhofen einen Vizebürgermeister. Gottfried Waldhäusl zieht über diese Zeit durchaus zufrieden Bilanz.

NÖN: Wie läuft die Koalition, Herr Vizebürgermeister?

Gottfried Waldhäusl: Es läuft recht gut, weil es gelungen ist, die Parteipolitik draußen zu lassen. Wir arbeiten sachorientiert und die Arbeit macht mir großen Spaß, weil alles sehr ehrlich abläuft.

Dennoch haben Sie bei der finanziellen Unterstützung für den Asyl-Koordinator nicht mitgestimmt.

Waldhäusl: Das war vorher abgesprochen und für uns auch keine Koalitionsfrage. In einer finanziell angespannten Phase wie jetzt da auch noch Geld herzugeben, war für uns nicht okay. Die ÖVP hat eine Mehrheit dafür bekommen. Auch das wurde sehr unpolitisch abgehandelt, ohne Kleingeld daraus schlagen zu wollen. Das zeigt, dass wir auf Augenhöhe arbeiten. Beide Koalitionspartner merken, dass die Gemeindeinteressen vor Parteiinteressen gehen müssen.

Wie ist Ihr Verhältnis zu den anderen Fraktionen im Gemeinderat?

Waldhäusl: Korrekt. Ich versuche immer, alle einzubinden. Alle Angelegenheiten werden von mir im Ausschuss oder mit den Fraktionsobleuten abgesprochen.

Sie haben im Wahlkampf versprochen, die Verwaltung „neu aufzustellen“. Ist das schon geschehen?

Waldhäusl: Ja, teilweise! Es ist Ruhe eingekehrt, die Verwaltung ist nicht mehr in den Schlagzeilen, die Parteipolitik ist raus. Es ist gelungen, das Verhältnis der Rathaus-Mitarbeiter und der Politik zu verändern.

Aber haben nicht viele unter der Neuaufstellung erwartet, dass es an der Spitze der Verwaltung eine Änderung gibt?

Waldhäusl: Für mich waren nicht Personen wichtig, sondern dass das System geändert wird. Nun arbeitet auch die gesamte Führungsriege im neuen System mit. Neuaufstellung bedeutet, dass die Politik vorgibt, was zu passieren hat und dass die Mitarbeiter das umsetzen. Der Prozess ist insgesamt noch nicht abgeschlossen, da wird vor dem Sommer noch etwas passieren.

Sie sind auch für die Finanzen zuständig und haben das Jahr 2016 zum Jahr des Sparens erklärt.

Waldhäusl: Erste Aufgabe war, die Situation zu stabilisieren. Das war nicht einfach, weil zum Beispiel der Hochwasserschutz teurer kam als geplant, weil die Wasserversorgungsanlage kaputt wurde. Es ist aber gelungen, die Finanzen zu stabilisieren, ohne dass dafür Gebühren erhöht werden mussten. Wir steigen auch endgültig aus dem Abenteuer Fremdwährungskredit aus, das der Gemeinde sehr viel Geld gekostet hat. Dadurch werden wir 2017 mehr Spielraum bekommen, um wichtige Dinge umzusetzen.

Was wird da alles passieren?

Waldhäusl: Wir werden hinter dem Lagerhausareal ein attraktives Betriebsgebiet schaffen. Wir werden das Siedlungsgebiet Heimatsleiten (Mühlen&Höfe) endgültig erschließen. Noch vor dem Sommer 2016 soll die Umwidmung erfolgen, damit im Frühjahr 2017 die Bagger auffahren können und ab der zweiten Jahreshälfte auch schon die ersten Bauplätze verkauft werden können. Momentan verfügt die Gemeinde Waidhofen über keine Bauplätze!

Sie haben im Wahlkampf auch immer wieder von einem Nahversorger in der Innenstadt gesprochen. Da ist aber noch nichts passiert...

Waldhäusl: Das ist tatsächlich viel schwieriger, als ich geglaubt habe und wird noch einer großen Kraftanstrengung bedürfen. Ziel ist es, das Projekt noch in der laufenden Periode umzusetzen.

In Ihrer Fraktion hat es bereits einen Wechsel gegeben. Sind da weitere zu erwarten?

Waldhäusl: Die Stabilität ist komplett sichergestellt. Wir haben viele junge Gemeinderäte, da spielen oft Lebensveränderungen eine große Rolle. Wir haben aber trotzdem wieder einen Jungen in den Gemeinderat entsandt, weil es wichtig ist, dass die Jungen mitarbeiten.

Sie waren bisher 25 Jahre Gemeinderat in Pfaffenschlag und nun ein Jahr in Waidhofen. Wie groß ist der Unterschied?

Waldhäusl: Enorm und eigentlich nicht zu vergleichen. Ich hätte nicht geglaubt, dass so viel Zeit notwendig ist, aber nochmals, es macht große Freude und ich würde es wieder tun, ich habe in diesem Jahr wahnsinig viel gelernt.

Sind Sie mit der derzeitigen Stärke der FPÖ im Gemeinderat zufrieden?

Waldhäusl: Ich möchte die Bevölkerung überzeugen, dass es wichtig ist, zwischen Parteien und Personen zu unterscheiden. Ich möchte zeigen, dass es in der FPÖ Personen gibt, die etwas leisten. Daher halte ich es durchaus für möglich, dass wir 2020 weiter dazugewinnen. Ich glaube, dass die Waidhofner merken, dass etwas weiter geht!