Erstellt am 25. März 2016, 07:04

von Edith Hofmann

Höhenrausch im TAM. Tanja Ghetta gelang es, die Besucher in einen Gipfelsturm auf den Großglockner miteinzubeziehen.

Tanja Ghetta wird bei ihrem »Höhenrausch« von einer liebenswerten Stoffpuppe begleitet. Ewald Polacek freute sich über den gelungenen Auftritt der Kabarettistin.  |  NOEN, Edith Hofmann

Mit „Hollodaro“, Rucksack und „Universalberg-Leiter“ stürmte vergangenen Freitag die Kabarettistin Tanja Ghetta die TAM-Bühne, um das Publikum mit zu ihrem „Höhenrausch“ zu nehmen.

Mit unverkennbar tirolerischem Einschlag gelang es der Künstlerin innerhalb weniger Minuten, die Besucher auf ihre Seite zu ziehen und in den Gipfelsturm am Großglockner mit einzubeziehen. Sie erzählt von den täglichen Sorgen und Nöten einer Tirolerin, die nach Wien gezogen ist, lässt aus der Freundin Betti eine Annemarie werden, die zufällig in der ersten Reihe sitzt - weil man ja nicht über Leute spricht, die nicht da sind - und geht schlagfertig auf jeden Zwischenruf aus den Zuschauerreihen ein.

Inhaltlich bewegt sich Tanja Ghetta eher in seichten Gewässern, schneidet brisante Themen zwar kurz an, ohne diese jedoch in irgendeiner Weise zu vertiefen. Allemal bleibt bei dem Einen oder Anderen ein Denkanstoß übrig, der dann auf dem Heimweg erst so richtig Wirkung zeigt. Unterhaltsam, witzig und sympathisch ist Tanja Ghetta auf jeden Fall. Und wenn sie dann noch ihren „Gott aus Tirol“ aus dem Rucksack holt, der ihr mit allerlei guten Ratschlägen - brauchbar oder nicht sei außer Frage gestellt - zur Seite steht, dann ist allen klar, dass es sich ausgezahlt hat, den Abend nicht zu Hause, sondern bei einem Kabarettbesuch zu verbringen.