Kautzen

Erstellt am 10. Juli 2016, 06:11

von Hannes Ramharter

Herka bleibt trotz „Brexit“ am Markt. Für Frottierweberei Herka ist „Brexit“ Votum vorerst kein Problem.

Maria Kellner mit einem Bartuch, das bei Herka für einen britischen Kunden produziert wurde.  |  NOEN, Hannes Ramharter

Seit einigen Jahren ist die Frottierweberei Herka erfolgreich am britischen Markt unterwegs. Sie liefert dorthin in erster Linie „Golftücher“ (die zum Reinigen der Golfschläger verwendet werden), mit den Logos verschiedener Golfklubs oder Sponsoren, und Bartücher, die in den Pubs Verwendung finden. Wird dieses Geschäft durch den „Brexit“ (Austritt des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland aus der EU) negativ beeinflusst?

„Vergleichbare Produzenten gibt es im Vereinigten Königreich nicht“, stellt Herka-Geschäftsführer Thomas Pfeiffer in einem Gespräch mit der NÖN klar. Die Stärke von Herka ist, dass Sonderanfertigungen in Kleinst- bis Großmengen flexibel, rasch und mit intensiver Kundennähe geliefert werden können.

Das Geschäftsvolumen mit Großbritannien betrug für Herka im Vorjahr vier Prozent, heuer wahrscheinlich fünf Prozent des Gesamtumsatzes, das sind rund zehn Prozent des Exportgeschäfts. „Wir haben eigentlich geplant, dieses Geschäft auszubauen, das könnte auch trotz des Brexit-Votums gelingen“, meint Pfeiffer weiter. Ursprünglich hatte Herka in Großbritannien einen Partner, jetzt sind es bereits drei. Und der Mitbewerb aus der Europäischen Union ist relativ gering, eigentlich aus Portugal. Starke Mitbewerber gibt es aus der Türkei, die haben jedoch mit kleinen Mengen ihre Probleme.

„Geben Partnern Luft zum Zahlen!“

Natürlich ist für die britischen Partner der Kursverfall des britischen Pfund ein Problem, da die Fakturierung in Euro erfolgt. „Partnerschaft ist für uns allerdings im Moment vorrangig, wir geben unseren Partnern Luft zum Zahlen“, meint Pfeiffer.

Thomas Pfeiffer war zwei Wochen vor dem Referendum in Großbritannien. Vor allem junge Menschen sehen nach der Abstimmung nun eine große Krise, die Generation 45+ meint jedoch, dass in ihrer Jugend alles besser war.

Aber auch nach dem Votum ist Herka mit allen weiter in Kontakt, Lieferungen laufen und Pfeiffer hat auch keine Sorgen wegen der Bezahlung. „Briten sind die fairsten Geschäftspartner, die ich kenne“, meint er. Er glaubt fest an die Chance, weitermachen zu können, denn auch das türkische Produkt hat sich verteuert - es sei denn, die Europäische Union oder die nächste britische Regierung errichten Handelsbarrieren.