Erstellt am 11. Mai 2016, 06:44

von René Denk

Hilfe dient dem Zusammenleben. René Denk über die Stimmung gegenüber Flüchtlingen.

Die vermeintliche Verletzung des 11-jährigen Flüchtlingsburschen und die Anzeige haben gewiss die Hilfsbereitschaft und den Einsatz, die von den Waidhofner Lehrern aufgebracht wurden, gedämpft.

Natürlich stellt sich für einen Integrationshelfer die Frage, ob sein Engagement unter diesem Gesichtspunkt die Sache überhaupt Wert ist. Und es kann nur eine Antwort geben: Ja, sie ist es! Fakt ist und bleibt: Die Flüchtlinge sind da und wir stellen für sie eine genauso fremde Kultur dar, wie sie für uns.

Gezwungenermaßen muss es zu Reibungspunkten kommen, weil viele Dinge von uns anders gesehen, gelebt und behandelt werden, wie von Flüchtlingen. Fakt ist und bleibt auch, dass eine Annäherung und der Abbau dieser Reibungspunkte nur geschehen kann, wenn man ihnen auf zugängliche Art und Weise vermittelt, was bei uns geduldet ist und wie man an Dinge herangehen soll.

Ungeachtet der Schuld-Frage sollte man diesen Einzelfall auch nicht als Pauschalvorurteil heranziehen: Es gibt genauso wenig die „Flüchtlinge“, wie es die „Lehrer“ oder die „Journalisten“ gibt!