Erstellt am 27. Juli 2016, 05:00

von Michael Salzer

Schimpfen muss tabu sein. Michael Salzer über die wichtigste Maßnahme im Schiri-Bereich.

Am Schauplatz bei einem hoch-sommerlichen, unterklassigen Testkick im nördlichen Waldviertel: Der Unparteiische gibt sein Bestes, agiert aber nicht fehlerlos – wobei das ja eigentlich unmenschlich wäre.

Jedenfalls ist ihm nach dem ersten gröberen Hacker Spott und Hohn von der kleinen Fan-Gruppierung auf der Tribüne gewiss, und zwar bis zum Schlusspfiff. Auch das eine oder andere Schimpfwort fällt.

Zwischenfrage: In der Hauptgruppe Waldviertel sind derzeit etwa 50 männliche Kampfmannschaften aktiv. Und wieviele Schiedsrichter aus der Region gibt es im Erwachsenen-Bereich? Die Antwort: 15.

Wie der Waldviertler Gruppenleiter Hubert Pfeiffer berichtet, zeigten sich bei der Präsentation des neuen Projekts „Tandem-Schiedsrichter“ nicht alle Klubvertreter begeistert – der eine oder andere habe sich gar an den Kopf gegriffen.

Was eindeutig belegt: Viele Funktionäre, Fußballer und Fans, haben noch immer nicht begriffen, dass sie im Endeffekt von den problematischen Entwicklungen im Schiedsrichter-Bereich am stärksten betroffen sein werden. Es kann nicht oft genug betont werden: Jedermann, der einen dieser letzten „Mohikaner“ beschimpft, trägt seinen Teil zum dramatischen Schiri-Schwund bei.