Erstellt am 11. Mai 2016, 06:44

von René Denk

Lehrer in Waidhofen angezeigt. Mittelschul-Lehrer musste eingreifen und packte Bub am Arm, Mutter ging mit Sohn zur Polizei.

Neue Mittelschule Waidhofen  |  NOEN, Michael Schwab

Der Streit zweier Flüchtlingskinder in der Neuen Mittelschule und das Einschreiten eines Lehrers bewegt derzeit Waidhofen. Denn: Um den Streit zu schlichten, musste der Lehrer eingreifen, und packte den 11-jährigen Buben am Arm. Der Bub klagte über Schmerzen, daraufhin wandte sich die Mutter mit dem Burschen und einem Dolmetscher an die Polizei.

Der Beamte bemerkte eine leichte Verletzung, nahm die Aussagen des Kindes auf und schickte die Flüchtlinge ins Krankenhaus. Mit dem Gang zur Polizei musste aber auch ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung gegen den Lehrer eingeleitet werden.

Bildungsmanager Alfred Grünstäudl betont, dass er im Fall sehr genau und gründlich recherchiert habe und dass aus seiner Sicht dem Lehrer, der aus dem Bezirk Gmünd stammt, kein Fehlverhalten vorgeworfen werden könne. „Der Lehrer hat korrekt gehandelt. Wenn Gefahr in Verzug ist, muss der Pädagoge einschreiten, um andere Schüler zu schützen. Nachdem der Schüler auf verbale Ansprache nicht reagiert hat, war er zum Eingreifen gezwungen“, meint Grünstäudl.

Der Mutter, die sich bei der Polizei eigentlich nur Rat holen wollte, war nicht bewusst gewesen, dass die vom Beamten festgestellte Verletzung automatisch eine Anzeige nach sich ziehen würde. Über eine Dolmetscherin äußerte sich die Mutter gegenüber der NÖN, dass sie nicht gewollt habe, dass die gesamte Maschinerie von Exekutive und Staatsanwaltschaft in Gang gesetzt wird, und dass der Lehrer dadurch Probleme bekommt...

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