Erstellt am 03. August 2016, 06:31

von Hannes Ramharter

Der Big Mac ist ein Waldviertler. McDonald‘s bezieht seine Rohstoffe, auch das Fleisch, ausschließlich aus Österreich. Auch Familie Rabl liefert.

Roland und Doris Rabl im Rinderstall mit ihrer Tochter Flora-Sophie.  |  NOEN, Christian Husar

Wohl nur wenige Konsumenten, die bei McDonald‘s einen Burger genießen, denken beim Verzehr daran, dass das Fleisch aus ihrer unmittelbaren Nachbarschaft sein könnte. Und doch, es ist so. Es könnte zum Beispiel vom Bauernhof der Familie Doris und Roland Rabl aus Oedt an der Wild im Bezirk Waidhofen sein.

Grund dafür ist, dass die Familie Rabl am M-Rind Programm teilnimmt. Dieses gibt es seit elf Jahren und es wurde zur Qualitätssicherung von McDonald‘s Österreich in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Rind und OSI Food Solutions entwickelt und immer wieder erweitert.

11.600 Rinderbauern nehmen an Programm teil

Insgesamt nehmen in Österreich rund 11.600 Rinderbauern an dem Programm teil, im Waldviertel sind es rund 1.050 Betriebe. Für die Bauern wirkt sich die Teilnahme an dem Programm auch finanziell positiv aus: Sie erhalten bis zu 20 Cent mehr pro Kilogramm, insgesamt kann sich ein Mehrerlös von rund 100 Euro pro Schlachtkuh ergeben. Darüber hinaus garantiert M-Rind den Bauern neben den finanziellen Anreizen als langfristiges Programm Stabilität und mit McDonald‘s Österreich einen gesicherten Abnehmer für das Fleisch.

Voraussetzung für die Teilnahme am M-Rind-Programm ist zur Qualitätssicherung die Mitgliedschaft beim Tiergesundheitsdienst und die Vermarktung über die Erzeugergemeinschaftender ARGE Rind.

Rinder in Österreich geboren und gehalten

Für die Vermarktung kommen weibliche Rinder infrage, die mindestens 24 Monate alt sind, in Österreich geboren und gehalten wurden. Als Mindestschlachtgewicht sind 235,2 Kilogramm vorgegeben, notgeschlachtete oder beanstandete Tiere werden nicht berücksichtigt.

Der M-Rind Basisaufschlag pro Kilogramm beträgt rund sechs Cent, bei M-Rind+ 15 Cent. In der höheren Zertifizierungsstufe M-Rind++ wird zusätzlich zu den Standardkriterien zertifiziertes Fütterungsmanagement mit gentechnikfreiem Futter vorausgesetzt. M-Rind++ als höchste Zertifizierungsklasse hingegen verlangt auslobungsfähige GVO-freie Fütterung laut Kontrollstelle. Für diese Fleischqualität gibt es einen Zuschlag von 20 Cent pro Kilogramm. Durch diese zusätzlichen Optionen in der Vermarktung können die Bauern einen Mehrerlös von bis zu 100 Euro je M-Rind erzielen.

Darauf bezieht sich auch Roland Rabl: „Ich habe durch dieses Programm ein zusätzliches Einkommen, ohne dass ich dafür etwas anders machen müsste, als ich es in meinem Betrieb mache.“

Transportwege zwischen Hof und Schlachter sind kurz

M-Rinder werden in neun österreichischen Betrieben geschlachtet, dabei werden die Transportwege zwischen Hof und Schlachter möglichst kurz gehalten. Die Tiere der Familie Rabl werden in St. Martin bei Weitra (Bezirk Gmünd) im dortigen Schlachthof geschlachtet. Anschließend verarbeitet OSI Food Solutions in Enns, Oberösterreich, das Rindfleisch.

„Wir beliefern McDonald‘s Österreich seit dem Start 1977 mit Qualitätsrindfleisch von den heimischen Rinderbauern. Die gesamte Wertschöpfungskette ist dabei in die Qualitätssicherung eingebunden, sie wird durch den Tiergesundheitsdienst, Betriebserhebungen und die Leistungskontrollverbände umgesetzt“, erklärt beim Besuch auf dem Hof der Familie Rabl Andreas Greisinger, Betriebsleiter der OSI Food Solutions Austria.

Herkunft wird immer wichtigeres Kriterium

Für McDonald‘s Kunden in Österreich wird die Herkunft des Fleisches ein immer wichtigeres Kriterium, wie zahlreiche Fragen der Kunden in den Filialen zeigen. „McDonald‘s Österreich setzt auf starke regionale Partner unter den heimischen Landwirten. Wir beziehen unsere Zutaten von rund 40.000 Betrieben in Österreich und sind damit der größte Gastronomie-Partner der österreichischen Landwirtschaft. Für unsere Burger gilt damit ausschließlich: 100 Prozent heimische Rindfleisch-Qualität“, erklärt Andreas Schmidlechner, Managing Director von McDonald‘s Österreich.

Die Vermarktung der M-Rinder sowie die Ausbezahlung der M-Rind-Zuschläge erfolgt ausschließlich über die Erzeugergemeinschaft der ARFGE Rind, die das Programm von landwirtschaftlicher Seite koordiniert. „McDonald‘s Österreich bekennt sich zu regionaler Rindfleisch-Qualität und setzt damit auf Partnerschaft mit heimischen Rinderbauern. Diese werden dadurch in ihren Bemühungen bestärkt, hohe Qualitätsstandards in der Fleischproduktion zu halten. Die Kooperation sichert aber auch die Vermarktung von Qualitätsrindfleisch in Österreich für die Zukunft“, erklärt Rudolf Rogl, Geschäftsführer der ARGE Rind.

Auf jeden Fall soll die Kooperation weiter ausgebaut werden, weitere M-Rind-Bauern wären daher gesucht. Interessierte können sich jederzeit direkt bei den regionalen Erzeugergemeinschaften der ARGE Rind oder den LKV-Kontrollassistenten melden. Weitere Informationen gibt es online auf www.m-rind.at

Fakten zum Betrieb

  • Doris und Roland Rabl haben ihren landwirtschaftlichen Betrieb in Oedt an der Wild 2008 übernommen.
  • Die Rinder stehen in einem nach allen Seiten offenen „Kaltstall“ und können sich dort innerhalb festgelegter Gruppen frei bewegen.
  • Die Familie Rabl besitzt eine Fleckviehherde, alle Tiere wurden selbst aufgezogen.
  • Insgesamt umfasst die Herde der Familie Rabl rund 160 Tiere, davon 60 Milchkühe.
  • Die weiblichen Kälber werden zur Nachzucht verwendet oder bei Versteigerungen und für den Export verkauft.
  • Die männlichen Kälber werden kastriert und als Ochsen über die Rinderbörse vermarktet.
  • Seit der Betriebsübernahme hat die Familie Rabl 102 Kühe gemeinsam mit M-Rind vermarktet.
  • Die Tiere erhalten Eiweißfutter zur Gänze aus europäischer Produktion.
  • Zum Hof der Familie Rabl gehört kein Grünland, daher erfolgt die Fütterung zu 100 Prozent mit Mais, Silage, Stroh und Kraftfutter.
  • Die Familie Rabl baut Winterraps, Winterweizen und Mais an und hat zehn Prozent ihrer Flächen als Biodiversitätsflächen reserviert.

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