Erstellt am 17. Juni 2016, 05:00

von Michael Schwab

NEF Raabs soll bleiben. Es gibt zwar wegen der laufenden Ausschreibung des Notarztwesens noch keine fixe Entscheidung, Landeshauptmann-Stellvertreterin gab aber mündliche Zusage zu Erhalt.

Das NEF wird aus einem Pool von Notärzten und Notfallsanitätern des Roten Kreuzes besetzt: Peter Hanko, Bernhard Schierer, Leo Rieder, Florian Liewald, Michael Jäger, Notarzt Kiril Kirilov und Karlheinz Schmidt am Bild.  |  NOEN, Michael Schwab

Die notärztliche Versorgung wurde in Niederösterreich neu ausgeschrieben - und damit könnte der weitere Bestand des Notarzteinsatzfahrzeuges (NEF) Raabs, das 2007 als Pilotprojekt eingeführt wurde, in Frage stehen.

Was das bedeuten könnte, erklärte der Initiator des Projekts, der Raabser Gemeindearzt Karlheinz Schmidt, bei einem Pressegespräch am vergangenen Samstag im Landespflegeheim Raabs: „Vor dem NEF lag das Gebiet Raabs und Umgebung außerhalb des primären Einsatzradius eine Notarztwagens.

"NEF übernimmt in der Nacht auch Notdienst"

Anfahrtszeiten von 30 bis 40 Minuten waren in manchen Orten keine Seltenheit.“ Das NEF übernimmt in der Nacht auch die Funktion des Ärztenotdienstes 141. „Es gibt immer wieder Fälle an der Grenze, wo der Arzt am NEF entscheiden kann, ob ein Notarzteinsatz nötig ist oder nicht. Fällt dieser Notdienst weg, bliebe der Leitstelle nichts anderes übrig, als in diesen Fällen ein Notarzteinsatzmittel zu schicken“, ergänzte Notarzt Kiril Kirilov.

Da heute Patienten vom Notarztwagen üblicherweise direkt in ein geeignetes Krankenhaus anstelle des nächstgelegenen gebracht werden, bindet ein Einsatz das Fahrzeug mitunter für drei bis vier Stunden. In dieser Zeit übernimmt das NEF die notärztliche Versorgung komplett.

Wie wichtig eine rasche Hilfeleistung ist, konnte Reinhard Buchtele berichten. „Ende Oktober 2013 bekam ich auf einmal Brustschmerzen. Meine Frau brachte mich zum Pflegeheim, weil dort das NEF stationiert ist. Dort wurde mir schwarz vor den Augen“, erzählte Buchtele, wie ihm ein Herzinfarkt fast das Leben gekostet hatte.

Weil die Ausschreibung des Notarztwesens noch läuft, gibt es bezüglich des NEF Raabs noch keine Entscheidung. „Wir hatten aber schon ein Gespräch mit Landeshauptmann-Stellvertreterin Johanna Mikl-Leitner, die uns mündlich zugesichert hat, dass die bisherige Abmachung, dass das NEF bleibt, solange Dr. Schmidt die Dienste besetzen kann, aufrecht bleibt“, zeigte sich Manfred Damberger, der das Gespräch moderierte, zuversichtlich.