Erstellt am 29. Juni 2016, 06:33

von Hannes Ramharter

Pröll schnürt Paket für Waldviertel. Der positive Bevölkerungstrend im Waldviertel soll durch Investitionen erhalten werden.

Auf dem Inselgrün wurde das Paket für das Waldviertel präsentiert. Im Bild Landtagspräsident Hans Penz, Landesrätin Barbara Schwarz, Landesrat Karl Wilfing, Josef Wallenberger, ÖVP-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner, Landeshauptmann Erwin Pröll, der 2. Landtagspräsident Gerghard Karner, Landeshauptmann-Stellvertreterin Johanna Mikl-Leitner und Landesrat Stephan Pernkopf.  |  NOEN

Eine Klausur des ÖVP-Regierungsteams fand in der Vorwoche im Golfresort Haugschlag statt. Anschließend daran präsentierte Landeshauptmann Erwin Pröll den bei der Klausur beschlossenen Maßnahmenkatalog.

Mit bei der Klausur dabei war der Horner Regionalentwickler Josef Wallenberger, der unter anderem für die Initiative „Wohnen im Waldviertel“ verantwortlich ist. Er präsentierte die jüngsten Zahlen und stellte klar, dass das Waldviertel seit 2014 auch bei Einschließen der Geburtenbilanz keine Abwanderungsregion mehr sei.

„Es ist notwendig, dass die öffentliche Hand mit der Region wesentliche Beiträge leisten muss, dass die positive Entwicklung weiter geht“, stellte Landeshauptmann Pröll klar. Dafür wurden neun Arbeitsschwerpunkte formuliert, die dafür sorgen sollen, dass die Trendwende im Waldviertel weiterhin bleibt.

  • Öffentlicher Verkehr: Bei der Franz-Josefs-Bahn werden fünf Millionen Euro für neues Wagenmaterial - den City Jet - investiert. In den Zügen wird es kostenloses Internet und W-Lan geben. Die ersten vier Garnituren kommen im Dezember, die restlichen vier im Februar 2017. Am Morgen und am Abend wird es zukünftig schnelle Zuggarnituren („Sprinter“) geben, am Wochenende einen schnellen Zug für Wochenpendler. Neue Perspektiven wird der Anschluss an die Westbahn ab 2018 bringen, eine Fahrzeit Gmünd-Hütteldorf von 1,45 Stunden sollte ab 2018 Realität sein.

„2020 soll das gesamte Verkehrskonzept des Waldviertels evaluiert werden, auch die Frage, ob ein Autobahn-Ausbau notwendig ist!“
Landeshauptmann Erwin Pröll

  • Straßenbau: Die beiden Achsen Richtung Wien bzw. Richtung St. Pölten werden weiter ausgebaut. Dazu werden nicht nur im Waldviertel, sondern auch im Weinviertel eine Reihe von Maßnahmen gesetzt, u. a. der dreispurige Ausbau der Donauuferautobahn, aber auch Maßnahmen bei Brunn und St. Bernhard im Bezirk Horn. Nach der Fertigstellung der Umfahrung Zwettl 2017 wird es Ausbaumaßnahmen bei Gneixendorf, Droß und Groß Globnitz geben. 2020 soll das gesamte Verkehrskonzept des Waldviertels evaluiert werden, auch die Frage, ob ein Autobahn-Ausbau notwendig ist.
  • Gesundheit: Dafür werden sechs Millionen Euro investiert. „Wir bekennen uns zu allen Klinik-Standorten, keiner ist infrage gestellt“, erklärte Pröll.
  • Bildung: Die Landesberufsschule Schrems wird um rund 17 Millionen Euro ausgebaut. Auch im Nationalpark Thayatal werden Maßnahmen gesetzt, um die ökopädagogische Ausbildung zu verbessern.
  • Breitband-Ausbau: Zwei von vier Pilotprojekten zum Breitband-Ausbau sind derzeit im Thayatal und in der Kleinregion Stadt-Land im Laufen. Insgesamt sollen bis 2018 19.800 Haushalte und 1.400 Betriebe angeschlossen werden.
  • Hochwasserschutz: Für Schutzmaßnahmen stehen, ohne Krems und die Donau mit einzubeziehen, 37 Millionen Euro zur Verfügung. Derzeit sind 13 Projekte im Bau (15 Millionen) und bis 2020 sollen 16 neue Projekte (22 Millionen) dazukommen. Dies betrifft unter anderem Vorhaben in Rosenburg-Mold, Schrems, St. Bernhard und ein Rückhaltebecken in Waidhofen.
  • Tourismus: Die Landesausstellung 2017 findet in Pöggstall im südlichen Waldviertel statt. Dafür wird das Schloss Pöggstall renoviert und es wird eine Reihe von Begleitprojekten geben sowie einen Ausbau der Infrastruktur.
  • Weiterentwicklung als Lebensraum: Das erfolgreiche Projekt „Wohnen im Waldviertel“ soll fortgesetzt werden, bis Ende 207 sollen 5,6 Millionen Euro für neue Kinderbetreuungsplätze zur Verfügung gestellt werden. Das Vorzeigeprojekt des „Waldviertler Kernlandes“, wo 22 Gemeinden bei der Kinderbetreuung kooperieren, soll auf das gesamte Waldviertel ausgedehnt werden.
  • Ortskernbelebung: Für den Landeshauptmann ist dies im Waldviertel eine „besondere Herausforderung“. Für Investitionen in den Ortskernen soll es daher zukünftig eine besondere Förderung geben .