Erstellt am 16. März 2016, 05:14

von Michael Schwab und Redaktion Gmünd

Mädchen schwer erkrankt. Asylkoordinator Gilbert Brodar hatte alle Hände voll zu tun, als ein 16-jähriges Mädchen ins Spital musste. Für Begegnungsbazar werden weiter Geschirr und Haushaltgeräte gesucht.

Integrationsbeauftragter Gilbert Brodar mit der Familie des Mädchens, das in das AKH Wien gebracht werden musste.  |  NOEN, privat

Großer Ansturm vor allem aufs Geschirr herrschte am vergangenen Mittwoch beim Begegnungsbazar im Freizeitzentrum.

„Wir haben nach unserem Aufruf schon viel Geschirr bekommen und heute auch viel an die Flüchtlinge weitergegeben“, berichtet Elke Allram. Rund 70 bis 100 Asylwerber kamen diesmal zum Bazar, entsprechend hektisch ging es zu. „Wir nutzen die Gelegenheit beim Begegnungsbazar, um den Flüchtlingen auch zu erklären, wie die Dinge bei uns ablaufen, dass man sich anstellt und dergleichen, damit alles geordnet abläuft. Das funktioniert schon sehr gut“, erzählt Allram.

Bedarf an Geschirr und Haushalts-Elektrogeräte

Sie bittet um weitere Sachspenden, neben Geschirr werden auch noch Haushalts-Elektrogeräte wie Staubsauger, Wasserkocher oder Bügeleisen dringend gebraucht.

Aber auch der Integrationsbeauftragte der Volkshilfe, Gilbert Brodar, hat weiterhin alle Hände voll zu tun. So berichtet er von einer schweren Erkrankung einer 16-jährigen Asylwerberin aus Afghanistan.

Notarzt brachte 16-Jährige ins Krankenhauses Zwettl

Brodar hatte das Mädchen zu einem Termin für eine Magnetresonanz begleitet und mit ihr gemeinsam den Fragebogen ausgefüllt, da ein vom Quartiergeber bereits vereinbarter Termin nicht wahrgenommen worden war. Dann wurde der Asylbeauftragte von der Radiologie informiert, dass dringend eine Befundbesprechung durchgeführt werden müsse. Diese fand schließlich im Beisein eines Übersetzers statt, und mit der behandelnden praktischen Ärztin wurde ein Krankentransport in das AKH Wien vereinbart. Noch bevor es dazu kommen konnte, hatte das Mädchen aber extreme Schmerzen, Gilbert Brodar wurde telefonisch von ihrer Familie kontaktiert, und der Notarzt brachte die 16-Jährige in die Kinderabteilung des Krankenhauses Zwettl.

Eltern sind tot

Von diesem wurde der Asylkoordinator wiederum ersucht, eine Begleitperson nach Zwettl zu bringen, da das Mädchen dringend in das St. Anna Kinderspital verlegt werden müsse. Dorthin wurde sie schließlich von ihrer Schwester begleitet und am Donnerstag der Vorwoche in das AKH Wien verlegt.

Das Mädchen ist mit ihrer Schwester und deren Familie in Österreich, ihre Eltern sind tot. Der 58-jährige Schwager erzählte Gilbert Brodar schließlich die Geschichte der Familie. Er war Journalist in Afghanistan, wo er schließlich durch eine Messerattacke verletzt wurde und mit ansehen musste, wie ein Teil seiner Familie, darunter die Eltern des kranken Mädchens, exekutiert wurden. Er flüchtete daraufhin in den Iran, wohin ihm aber ein Terrorkommando folgte, das ihn aus dem zweiten Stock eines Hauses stieß.