Erstellt am 02. Dezember 2015, 04:28

von René Denk

Pany geht in Frühpension. Der gelernte Uhrmachermeister Anton Pany geht in Frühpension, ihm haben viele Gründe den Schritt erleichtert. "Die Vorschriften werden immer blöder", sagt Pany.

Uhrmachermeister Anton Pany geht Ende Jänner 2016 in Frühpension. Er führt bereits jetzt in seinem Geschäft in der Böhmgasse einen Abverkauf mit 30 Prozent Rabatt auf alles durch.  |  NOEN, René Denk

Uhren-Schmuck Pany in der Böhmgasse wird mit Ende Jänner 2016 für immer seine Pforten schließen. Eigentlich geht der gelernte Uhrmachermeister Anton Pany in Pension. Aber er geht mit Abschlägen, weil er sich, wie er meint, weitere neue Schikanen des Staates nicht mehr antun will.

„Ich gehe mit 62 Jahren als Frühpensionist. Eigentlich wollte ich bleiben, bis ich 65 bin, aber es gibt viele Gründe, die mir das erleichtert haben“, sagt der Uhrmachermeister, der 1982 das Geschäft eröffnet hatte. So ist er im Geschäftslokal nur eingemietet, neue Vorschriften besagen aber, dass er den Eingang barrierefrei umbauen müsste. Und wenn ein solcher Umbau funktionieren würde, soll ich das für drei Jahre umbauen?“, fragt sich Anton Pany. Die Kosten des Umbaus würde er in drei Jahren nicht mehr verdienen können. Das sei auch der Hauptgrund für das Zusperren.

"Vorschriften ruinieren die kleinen Geschäfte"

Viele Vorschriften seien Schikanen, Spielräume für Verhandlungen gäbe es nicht, daher blieben auch die Lösungen aus. „Diese Vorschriften werden immer blöder und ruinieren immer mehr die kleinen Geschäfte“, ist Pany überzeugt. Zudem müsste auch er sich eine Registrierkasse anschaffen. „Es würde dann genauso viel Geld in der Registrierkasse liegen als jetzt“, meint er. Auch die Laufkundschaft in der Böhmgasse habe stark abgenommen. Da die Branche aber genau von der Laufkundschaft lebe, treffe das sein Geschäft besonders hart.

„Bis zuletzt bin ich aber noch immer mit einem Plus ausgestiegen. Das verdanke ich besonders meinen Stammkunden, die immer wieder zu mir kamen“, betont Pany. Mit der Geschäftseröffnung hätte er in den ersten 15 Jahren viel Erfolg gehabt, verbunden mit großem persönlichem Einsatz. „Das hat Spaß gemacht“, so Pany. Dann sei die Kurzparkzone gekommen, die viele Personen weniger oft in die Böhmgasse kommen ließ.

Besonders freut es Pany, dass der allererste Kunde seiner Filiale erst einen Tag vor dem NÖN-Interview wieder sein Geschäft aufsuchte und auch etwas kaufte, denn Pany will vor allem seinen Stammkunden mit 30 Prozent Rabatt auf alles ein Abschiedsgeschenk anbieten. „Die schönsten Momente waren immer, wenn ich jemandem etwas verkauft und gesehen habe, dass es genau das Richtige für ihn war und er Freude damit hatte. Auch an die Dankbarkeit für kleine, schnelle Reparaturen werde ich mich gerne erinnern“, sagt der Uhrmachermeister abschließend.