Erstellt am 04. Mai 2016, 05:14

von René Denk

Pflegeheim-Park: Grundstück wird verkauft. Laut Leiter der Abteilung Gebäudeverwaltung des Landes gibt es bereits mehrere Interessenten für die 6.500 m² in der Schadekgasse.

Eine Leserin kritisierte das schlimme Stadtbild durch den ehemaligen Landespflegeheim-Park. Das Land wird das Grundstück verkaufen, beauftragt aber jetzt eine Firma mit der Verschönerung.  |  NOEN, René Denk

Wegen eines Schandflecks in der Stadt Waidhofen wendete sich eine Leserin an die NÖN. Es geht dabei um ein Grundstück, das sich zwischen der Rot-Kreuz-Bezirksstelle und ÖVP-Bezirksparteigeschäftssteller befindet.

„Ich gehe oft an dem Park des ehemaligen Pflegeheims vorbei. Es ist eine Schande, wie verkommen und ungepflegt dieser ehemals so schöne Park jetzt ist“, meint die Leserin. Nicht nur, dass es ein absolut furchtbares Bild für die Stadt Waidhofen sei, sie macht sich auch Sorgen, dass die hohen Bäume bei den Stürmen oder Unwetterereignissen ein Sicherheitsrisiko für Anwohner und Passanten darstellen würden.

Auf NÖN-Anfrage meint Bürgermeister Robert Altschach, dass er über die Fläche Bescheid wisse, und dass er sich schon lange für eine vernünftige Verwertung des Areals einsetze. „Das Areal gehört dem Land Niederösterreich. Ich habe mit den zuständigen Personen dort schon gesprochen, die mir zusicherten, dass das Grundstück verwertet wird“, sagt der Stadtchef. Das Grundstück sei eine wertvolle Fläche in Waidhofen, das habe auch das Land bemerkt. Er könne sich nicht vorstellen, dass es für diese Fläche keine Interessenten gäbe.

Die Fläche ist mit einem Zaun gesichert - es sind mehrere Hinweisschilder angebracht, die das Betreten untersagen, wie beispielsweise eine „Betreten der Baustelle verboten“-Tafel. Gegen das verwucherte Grundstück, das mehr einem mit wenig Bäumen versehenen Waldgrundstück ähnelt und das Stadtbild verschlechtert, kann der Bürgermeister nichts tun: „Es gibt keinen Paragraphen in der Bauordnung, der besagt, dass, wenn ein Grundstück nicht schön aussieht, man die Pflicht hat, es schön zu machen“, meint Altschach.

„Sicherheitsbedenken sind nicht notwendig!“

Gerhard Tretzmüller, Leiter der Abteilung Gebäudeverwaltung des Landes, war vor circa einem halben Jahr in Waidhofen und hat sich dabei auch das Grundstück angesehen. Zumindest damals stellte das für ihn keinen Schandfleck dar. Für die laufende Pflege sei das Landesklinikum zuständig, da es den Blick vor Ort habe. „Mir war nicht bekannt, dass das Grundstück so schlimm aussehen soll“, sagt Tretzmüller im NÖN-Gespräch. Er will umgehend eine Firma mit der Vitalisierung des ehemaligen Pflegeheimparks beauftragen, damit sich das Bild wieder verschönere.

Den Sicherheitsbedenken tritt der Abteilungsleiter klar entgegen. „Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, lassen wir alle Bäume auf unseren Grundstücken regelmäßig von einem Baumdoktor untersuchen. Im Bedarfsfall werden Pflegemaßnahmen eingeleitet oder Bäume auch umgeschnitten“, stellt Tretzmüller klar.

Weiters bestätigt er, dass das 6.500 Quadratmeter große Grundstück veräußert werden soll. „Das Grundstück ist fast rechteckig. Dadurch können wir es relativ gut in der Mitte teilen. Es gibt bereits mehrere Interessenten“, erzählt der Abteilungsleiter.

Für den Verkauf seien Beschlüsse der Landesregierung notwendig, die bisher noch nicht gefällt wurden. Er rechnet aber damit, dass die beiden Grundstücke über den Sommer dieses Jahres verkauft werden können.