Erstellt am 20. Mai 2014, 09:04

von René Denk

Plan bereits beschlossen. Bürgerinitiativen-Sprecher spricht von knapp 1.400 Unterschriften und von einer Verzögerungstaktik des Landes. Angerer dementiert.

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„Ich bin froh und enttäuscht zugleich“, meint Josef Buxbaum, Sprecher der Bürgerinitiative „Pro Windkraft Predigtstuhl“. Mittlerweile hätte die Initiative 1.300 bis 1.400 Unterschriften für das Windkraftprojekt Predigtstuhl zusammengetragen, die er laufend dem Büro von Landesrat Stephan Pernkopf übermittelt.

Verzögerung obwohl "Hut brennt“ 

Froh ist Buxbaum, dass sich das Büro von Landesrat Pernkopf mittlerweile bei ihm gemeldet hat, das Thema „doch ernst genommen wird“ und jetzt versucht werde, auch ins Gespräch zu kommen, denn ein Gespräch wurde mit Pernkopf für Anfang Juni 2014 zugesagt.

Enttäuscht ist er, weil es so lange (rund drei Wochen) gedauert hat, und ortet eine Verzögerungstaktik, da „der Hut eh schon brennt“. Buxbaum weiter: „Es ist schon sehr sehr spät, man muss rasch handeln, um überhaupt noch etwas zu bewegen.“

NÖN-Recherchen zufolge gab es den einstimmigen Beschluss des Windzonierungsplanes bereits am 29. April in einer Landesregierungssitzung. Dieser Beschluss wird vom Büro Pernkopf bestätigt, am 23. Mai soll das neue Raumordnungsgesetz im Landtag beschlossen werden.

Ausschlagebend sei fachliche Prüfung, nicht Unterschriften

Landes-Fachkoordinator für das Raumordnungsprogramm Windkraft ist Franz Angerer. „Ausschlaggebend für die Beurteilung einer Zone ist nicht die Zahl der überreichten Unterschriften-Listen, sondern das Ergebnis einer fachlichen Prüfung aller vorgebrachten Argumente“, nimmt Angerer Stellung gegenüber der NÖN.

So erklärt Angerer auch den Schwenk, den es von „Expertenseite“ gegeben hat, denn im ersten Entwurf des Windzonenplans war die Windzone am Predigtstuhl noch vorhanden. Jedoch meint Angerer weiter: „Zur Streichung der Zone Predigtstuhl ist zu sagen, dass die vielen Stellungnahmen im Bezirk Waidhofen an der Thaya eine Neubewertung des Landschaftsbildes notwendig machten.“

Akzeptanz der Bevölkerung notwendig

Die Zonen Sieghartsberg und Gross-Siegharts-Ludweis liegen nördlich und südlich des Landschaftsschutzgebietes Dietmanns. „Die Zonen wurden vor allem aufgrund der Stellungnahme der Klima- und Energiemodellregion ‚Zukunftsraum Thayatal‘ gestrichen. Die größte Bedeutung für das Landschaftsbild hat aber der Predigtstuhl. Er ist die höchste Erhebung der drei Standorte und ist ein markanter Aussichtsberg. Des Weiteren ist die Streichung in Stellungnahmen von Naturschutz-NGOs begründet, die neben dem Landschaftsbild auf das Expansionsgebiet des Waldviertler Seeadler-Bestandes hinweisen“, erklärt Angerer.

Seit März 2013 stehe das Land mit Sprecher Buxbaum regelmäßig in Kontakt. Abschließend meint der Fachkoordinator, dass das Raumordnungsprogramm Klarheit für die Menschen und Gemeinden schaffen solle. „Um den Energiefahrplan des Landes umsetzen zu können, braucht es auch in Zukunft die Akzeptanz und die Unterstützung der Bevölkerung für die Windkraft.“