Erstellt am 25. April 2017, 12:18

von Hannes Ramharter

Ein Biber im Garten. Jägerschaft verständigt: Gartenbesitzer entdeckte Tier, das von Jagdleiter Harald Weber wieder an der Thaya ausgesetzt wurde.

Aufregung und hektische Bemühungen verursachte am Freitag ein Biber, der in einem Hausgarten in Pommersdorf aufgefunden wurde.
Die Gartenbesitzer hatten das Tier zuerst für einen Fischotter gehalten und die Jägerschaft verständigt, dass das Tier vermutlich verletzt sei. Jagdleiter Harald Weber kam auf den Anruf hin in den Garten und stellte fest, dass es sich bei dem Tier um einen Biber handelte. Er besprach sich daraufhin mit Bezirksjägermeister Albin Haidl, der ihm sofort mitteilte, dass ein Biber unter strengem Naturschutz stehe und daher von einem Jäger auch im Notfall nur auf Anordnung der Behörde zum Beispiel von einem Leiden erlöst werden dürfe.

Daraufhin wurde versucht, den Amtstierarzt des Bezirks Waidhofen zu erreichen, dieser war jedoch am Freitag nicht vor Ort, folglich wandten sie sich an seine Stellvertreterin, die Amtstierärztin in Horn. Diese kam persönlich nach Pommersdorf, um das Tier anzusehen und konnte feststellen, dass es noch am Leben war. Auf ihr Ersuchen wurde der Biber von Jagdleiter Harald Weber in einen Korb gesetzt und in der Thaya bei Liebnitz ausgesetzt.


War der Biber verletzt oder doch krank?

Harald Weber glaubt, dass das Tier krank oder verletzt war. „Ich konnte den Biber eigentlich problemlos in den Stahlkorb legen. Das wäre bei einem gesunden Tier nicht möglich gewesen, denn die Biber haben messerscharfe Zähne und können gefährlich zubeißen, obwohl sie eigentlich Pflanzenfresser sind. Im Fall, dass ihn ein Mensch angreift, würde sich ein Biber sicherlich verteidigen“, erzählt Weber.

Pommersdorf liegt etwa zwei Kilometer von Liebnitz entfernt, weitaus höher, als der Flussverlauf der Thaya ist. Nur ein kleines Gerinne, der Pommersdorfer Bach, fließt in die Thaya. In dem ist jedoch nach Angaben von Weber so wenig Wasser, dass der Biber keinesfalls hinaufschwimmen hätte können, er hätte eigentlich hinauflaufen müssen. Auch das wäre bei einem gesunden Biber eigentlich unwahrscheinlich.

Bisher wurde in Pommersdorf noch nie ein Biber gesichtet, es gab auch keinerlei Fuß- oder andere Spuren, wie etwa eine Losung oder „angeknabberte“ Bäume. Harald Weber hielt an der Stelle, wo er den Biber ausgesetzt hatte, auch bereits Nachschau, sah jedoch bis jetzt keine weiteren Spuren des Tieres in diesem Bereich. Weber will aber auch in den kommenden Tagen öfters an dieser Stelle vorbeischauen.