Erstellt am 19. Juni 2015, 07:06

von Monika Freisel

Sechs Ausstellungen im Schloss eröffnet. Schlossherr Richard Pils wies auf Wichtigkeit von Sprache, Kunst, Musik und Wissenschaft für menschliche Kultur hin.

Richard Pils mit den Künstlern Sandra Biskup, Melanie Riehle, Christoph Rodler, Anka Luger, Christian Moisl, Sonja Posch, Manu Tober, Michaela Hinterleitner, René van de Vondervoort, Karin Gayer, Herbert Zgubic und Dorotheya Petrova.  |  NOEN, Monika Freisel

Mit einer Matinee wurden am 14. Juni gleich sechs Ausstellungen im Schloss Raabs eröffnet. Auf die Wichtigkeit von Sprache, Kunst, Musik und Wissenschaft für die Entwicklung der menschlichen Kultur wies Schlossherr Richard Pils in seiner Ansprache hin.

In das Projekt „Wortbildwechsel“ waren 23 Künstler (Autoren und Maler/Grafiker/Illustratoren) eingebunden, die in Anlehnung an das Kinderspiel „stille Post“ ihre jeweils in Wort oder Bild gefassten Ideen an den nächsten Künstler weitergaben, der diese dann in seiner eigenen Fantasie weiterspann und das Ergebnis in Text oder bildlicher Darstellung festhielt. Auf diese Weise entstanden zwei Stränge - einmal in Wortbild-, einmal in Bildwort-Reihenfolge -, die den Betrachter zur intensiven Auseinandersetzung mit den Werken herausfordern.

Ausstellungen sind bis 30. September geöffnet

Der aus Südtirol stammende Gino Alberti zeigt in der Ausstellung „morgen ist alles anders“ Landschaftszeichnungen, deren scheinbar romantische Anmutung durch plakative Schriftzüge gebrochen wird.

Elsa Klevers farbenfrohe Illustrationen sind unter dem Titel „Fische im Wohnzimmer“ zu sehen, Franz Krestan, ehemaliger Bürgermeister von Drosendorf, zeigt seine authentischen „Wirtshaus-Fotografien“, Elisabeth von Samsonow stellt in ihren in mehreren Räumen des Schlosses zu sehenden „Zeichnungen - Skulpturen“ oftmals weibliche Gottheiten ikonografisch dar. Charlotte Seyerl schließlich präsentiert ihre „Collagen und Bildobjekte“ aus den Jahren 1998/99.

Attila Boa, in Bern geborener, in Wien und im Waldviertel lebender Theaterwissenschafter und Schriftsteller, las aus seinem Buch „Zur Verteidigung der Traurigkeit“, in dem er seine gesellschaftskritische Weltsicht in zum Nachdenken auffordernden Worten festgehalten hat. Zwischen den Lesepassagen spielte der Innsbrucker Musiker Philipp Quehenberger tranceartig anmutende, den Pessimismus Boas untermalende Klänge auf dem Synthesizer.

Die Ausstellungen können bis 30. September an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr besucht werden.