Dobersberg

Erstellt am 21. April 2017, 04:18

von Michael Schwab

Abschiebung kam völlig überraschend. 24-jähriger Mann war mehrere Jahre im Land und wurde zuletzt „geduldet“. Betreuer zeigt sich betroffen.

Symbolbild  |  NOEN, www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)

Überraschend wurde ein 24-jähriger Flüchtling aus Afghanistan aus Reinolz abgeschoben.

„Der Betroffene war schon sieben oder acht Jahre in Österreich. Die letzten acht Monate davon verbrachte er in Reinolz“, berichtet Josef Schmied, der sich als ehrenamtlicher Betreuer um den jungen Mann kümmerte. Der Afghane sei im Ort gut integriert gewesen und habe auch kurz beim USV Dobersberg Fußball gespielt. Zuletzt habe er darauf gewartet, eine Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung zu erhalten.

"Menschlich ist es schon eine harte Sache"

„Der Mann hatte einen Duldungsstatus in Österreich. Vor zwei Wochen erfolgte dann aufgrund des Rückführungsabkommens mit Afghanistan die Abschiebung. Ich hatte durchaus eine Freundschaft mit dem jungen Afghanen aufgebaut, von daher machte mich die plötzliche Abschiebung schon sehr bestürzt und betroffen“, schildert Schmied. Rechtlich sei gegen die Rückführung nichts einzuwenden. „Aber menschlich ist es schon eine harte Sache, nach so vielen Jahren abgeschoben zu werden. Der junge Mann wollte sich hier ein neues Leben aufbauen“, betont Schmied.

Nun ist jeglicher Kontakt abgebrochen, weder per Handy noch über andere Kommunikationsmittel ist der Flüchtling mehr erreichbar. „Ich weiß nicht, wie es ihm geht. Ich habe keine Möglichkeit mehr, ihn zu erreichen“, sagt Josef Schmied im NÖN-Gespräch.