Erstellt am 15. Juni 2016, 05:00

von Redaktion Gmünd

Runder Tisch zum Thema Asyl geplant. Vizebürgermeister Gottfried Waldhäusl will Vertreter aller Fraktionen, Quartiergeber und Sprecher der Asylwerber einladen.

Gottfried Waldhäusl möchte einen runden Tisch zum Asylthema.  |  NOEN, Archiv

Zu einem runden Tisch zur Asylthematik will Vizebürgermeister Gottfried Waldhäusl demnächst einladen. Waldhäusl möchte dabei Vertreter aller Gemeinderatsfraktionen, die sich für die Asylsuchenden engagierten Vereine und Gruppen, die Quartiergeber, die im Waldviertel für das Asylwesen zuständige Diakonie und Sprecher der Asylwerber einladen. Darüber hinaus möchte er auch die Meinung der Waidhofner Bevölkerung zu dieser Thematik erfahren.

Wie schaut Waidhofen in zwei Jahren aus, wie soll es nach dem Willen der Mehrheit der Bevölkerung aussehen, wie sieht das die Wirtschaft - das sind die Fragen, die Gottfried Waldhäusl bei dieser Gesprächsrunde auf die Tagesordnung setzen möchte.

Über 200 Asylwerbende in Waidhofen

Derzeit leben nämlich in Waidhofen bereits über 200 Asylwerbende. Da die Asylverfahren relativ schnell abgewickelt werden, die Asylwerber nach positivem Verfahren ausziehen müssen und meist in Waidhofen bleiben und die Quartiergeber binnen zwei Tagen die so leer gewordenen Quartiere nachbesetzen, steigt die Anzahl immer weiter. „Wenn die Entwicklung so bleibt, wie sie momentan ist, leben in zwei Jahren zwischen 400 und 500 Asylwerber in Waidhofen“, erklärt Waldhäusl.

Das könnte für die Stadtgemeinde auch zu einem finanziellen Problem werden, denn diese zahlt 50 Prozent der Mindestsicherung und muss in Kindergärten und Schulen Platz schaffen. Daher möchte Waldhäusl beim runden Tisch auch die Frage klären, ob man in Waidhofen bereit ist, wenn es notwendig ist, Asyl zu gewähren oder ob man auf volle Integration setzt. „Dann ist das Zuwanderung, und die Stadt wird viele neue Bürger haben“, meint er.

Da die Asylsuchenden oft schlecht ausgebildet sind, könnte dadurch auch in einem sehr schwierigen Feld des Arbeitsmarkts eine Konkurrenzsituation entstehen. Der Vizebürgermeister stellt sich einen Termin noch vor dem Sommer vor und möchte bei diesem runden Tisch einen Fahrplan für ein Miteinander festlegen.

Bürgermeister Robert Altschach findet die Idee grundsätzlich nicht schlecht. Er betont, dass er auch schon seit längerem mit der Asyl-Koordinierungsstelle in Kontakt sei, und habe dort auch erreicht, dass keine weiteren Flüchtlingsquartiere in Waidhofen geschaffen werden. Man müsste daher mit dem zuständigen Landesrat Gespräche führen, um das ständige Wiederauffüllen der Quartiere zu stoppen. Er erwarte sich sehr viel von der von der ÖVP verlangten Deckelung der Mindestsicherung.