Erstellt am 10. September 2015, 06:47

von Michael Schwab

Die wahre Tragödie der Familie Klinger. Auf der Ruine Kollmitz wurden die tragischen Ereignisse um die ehemaligen Besitzer der Burg Raabs wieder präsent.

Die Opernsängerin Marie-Christiane Nishimwe erzählte als »Fremdenführerin« die Klingertragödie in Wort und Gesang auf der Ruine Kollmitz.  |  NOEN, Michael Schwab

Die wahre "Klingertragödie" als Stationentheater in Worten und Arien, dargebracht von der in Ruanda geborenen Opernsängerin Marie-Christiane Nishimwe als Erzählerin, wurde am vergangenen Samstag auf der Ruine Kollmitz uraufgeführt.

Als Fremdenführerin begann Nishimwe ihre besondere Führung dort, wo auch sonst die Führungen auf der Ruine beginnen, bei der Jausenstation. Nach einem kurzen geschichtlichen Abriss stieg sie direkt in die tragische Geschichte der Gräfin Sybille von Spiegelfeldt ein, die ihren Mann, den Baron Hugo von Klinger von Klingerstorff während des Ersten Weltkriegs in einem Lazarett kennengelernt hatte und sich Jahre später während eines Kuraufenthalts, auf der Suche nach dem fehlenden Funken Sehnsucht, in den russischen Pianisten und Fürsten Cyrill Orlov verliebte.

Das tragische Ende nach Schusswechsel

Hin und her gerissen zwischen ehelicher Pflicht und dem Verlangen nach ihrer wahren Liebe, nach verzweifelten Liebesbriefen von Orlov, kam es zu einem Treffen in Raabs und einer Aussprache mit dem Baron im Wald, der mit einem Schusswechsel und einem schwer verletzten Orlov endete.

Sybille Klinger erschoss sich schließlich selbst, weil sie der Ansicht war, nur im Tod bei Cyrill sein zu können, der Tage später im Waidhofner Krankenhaus starb. Nishimwe untermauerte die Stationen der tragischen Geschichte durch Arien, welche den inneren Konflikt der Baronin nacherlebbar machten.

Selbst eine kleine Täuschung baute sie gekonnt in die Erzählung ein, ehe sie das Geheimnis, auch um den Verbleib von Cyrills Leiche, dessen Grab in Waidhofen verschwunden ist, lüftete. Das Stück wird am 13., 19. und 20 September, jeweils um 16 Uhr, erneut aufgeführt.