Erstellt am 18. November 2015, 05:33

von Michael Schwab

"Schildbürgerstreich des Monats". "Schildbürgerstreich des Monats" Grüne Klubobfrau Helga Krismer kritisiert Schließung der Geburtenabteilung und Gynäkologie, Büro Wilfing will Krismers Aussagen nicht kommentieren.

Die Klubobfrau der Grünen NÖ, Helga Krismer (rechts), im Bild mit Nil Taskin, Beate und August Kubala, Bianca Mellan, Felix Osch, Petra, Katharina, Julia und Gregor Kapinus, Reinhard Puchinger, Martin Litschauer, Birk Litschauer und Manfred Stattler, bezeichnete die Schließung der Gynäkologie und Geburtenabteilung als »Schildbürgerstreich des Monats«.  |  NOEN, Michael Schwab

Zum Schildbürgerstreich des Monats kürte die Klubobfrau der Grünen NÖ, Helga Krismer, am Donnerstag die Schließung der Geburtenabteilung und Gynäkologie am Landesklinikum Waidhofen.

„Natürlich haben die Leute, welche die Entscheidung mit Zahlen und Statistiken begründen, schon auch Recht, es braucht eine gewisse Frequenz und Routine, aber das Waldviertel ist anders als andere Regionen. Mit seinen großen Distanzen sind Entscheidungen nicht rein nach Auslastung und Zahlen zu treffen. Waidhofen ist ein Grenzfall, mit gemeinsamer Anstrengung wäre es möglich gewesen, die Geburtenstation zu erhalten und sogar besser zu machen. Es wäre eine politische Entscheidung gewesen“, stellte Krismer bei einem Treffen mit Vertretern der Bürgerinitiative zum Erhalt der Geburtenstation und Gynäkologie klar.

Mütter systematisch nach Zwettl geschickt

Sie hätte anders entschieden und sich dafür stark gemacht, die Geburtenstation stärker zu bewerben. Sie äußerte auch den Verdacht, dass die Entwicklung der Geburtenzahlen in Waidhofen „gesteuert“ worden sei, was auch Petra Kapinus und Bianca Mellan von der Bürgerinitiative so sehen: „Seit Primar Wolfram die Abteilungen leitet, gibt es in Waidhofen um 100 Geburten weniger. Unter Primar Burkl lagen die Zahlen an der 400-er-Grenze, ein Jahr nachdem Wolfram übernommen hat, waren es schon deutlich weniger. Man hat die Mütter systematisch nach Zwettl geschickt.“

Aus dem Büro von Landesrat Karl Wilfing heißt es, man kommentiere Äußerungen von Helga Krismer nicht, da sie immer wieder für die Schließung peripherer Klinikstandorte gestimmt habe und dies nicht der NÖ-Weg sei. Man wolle die Versorgung in der Breite erhalten, der Waidhofner Standort werde durch den Ausbau der Psychiatrie gesichert. Ein bewusstes „Nach-Zwettl-Schicken“ von Müttern ohne medizinischen Grund finde nicht statt, es sei eine rein ärztliche Entscheidung. Außerdem habe es einige Fälle im Jahr gegeben, wo eine Überstellung mit Blaulicht nach Zwettl aufgrund von Komplikationen nötig wurde.