Erstellt am 07. August 2015, 06:21

von Renate Müllner

Polarisierende Texte. Unter dem Motto "Jazz meets Punk" traten das Jazz-Rock-Trio Edi Nulz und die Girls-Punk-Band "Wanka" auf.

Spannende Kulisse für den Konzertauftakt: Im Bild Siegmar Brecher, Julian Adam Pajzs und Valentin Schuster von der Band Edi Nulz; Marie Lehner, Lilian Kaufmann, Laura Gstättner und Dora de Goederen von der Band Wanka (Schapka).  |  NOEN, Renate Müllner

Eine Premiere der Sonderklasse ging vergangenen Freitag in Groß Siegharts über die Bühne. Die Kunstfabrik eröffnete ihre Sommer-Konzertreihe „Musik.Kunst.Fabrik“ unter dem Motto „Jazz meets Punk!“. Gleich zwei aufstrebende Bands mit Waldviertelbezug gaben im Garten der historischen Textilfabrik ihre Stücke zum Besten.

In entspannter Atmosphäre bildet das Jazz-Rock-Trio Edi Nulz den Auftakt für einen gelungenen Abend. Der ungewöhnliche, aber durchaus passende Bandname entspringt einem fiktiven Klosterdorf, in dem Edi Nulz als edler Ritter eine wichtige Rolle spielt. Ebenso überraschend wie der Bandname sind die unzähligen Takt- und Tempowechsel während der einzelnen Stücke, ohne jedoch das Gefühl der Zufälligkeit zu vermitteln. Diese instrumentale Beherrschung ruft einerseits Neugierde und andererseits Erfrischung beim Zuhören hervor.

Gleichermaßen originell ist der Auftritt der 2012 gegründeten Girls-Punk-Band Wanka (Schapka). Ihr Name ist Programm: Wanka ist russisch, bedeutet Haube und ist somit eine Hommage an die feministische, regierungs- und kirchenkritische Punkrock-Band Pussy Riot. Orientiert an ihrem Vorbild polarisieren sich die vier jungen Frauen durch ihre selbst geschriebenen Texte vom System. Sie besingen Vibratorinnen mit Wackelkontakten, vollführen Küchenschabentänze auf der Bühne und repräsentieren dabei eine ganz neue Art der unverblümten Wahrheit.

Das zweite Konzert der Reihe „Musik.Kunst.Fabrik“ findet am 21. August statt.