Erstellt am 04. Mai 2016, 05:04

von René Denk

Startschuss für die Bürgerbeteiligung. Die Region startet mit Firma für erneuerbare Energieformen durch. 750.000 Euro pro Woche beträgt der Geldabfluss.

Den neuen Fuhrpark der Elektroautos für das E-Carsharing-Modell im Bezirk präsentierten Rainer Miksche, Maurice Androsch, Reinhard Deimel, Reinhard Appeltauer, Eduard Köck, Robert Altschach, Bernadette Gundacker, Martin Scharf und Josef Buxbaum.  |  NOEN, René Denk
Das Thema umweltfreundliche Energie und Geldabfluss aus der Region bewegte den Bezirk zu einer großen Kraftanstrengung, deren Ergebnis nun präsentiert wurde.

Mit der Gründung der TRE Thayaland GmbH vereinigen sich der Zukunftsraum Thayaland - die 15 Gemeinden des Bezirks - und die Seite der Bürger in Form des Zukunftsklubs Thayaland. Zukunftsraum-Obmann Reinhard Deimel betonte, dass die Kleinregion bereits vieles auf den Weg gebracht habe. „Ich hoffe, es ist uns ein wichtiger Schritt gelungen“, sagte Deimel. Man will im Bezirk eine Modellregion für Ökoenergie und Daseinsvorsorge werden.



Zukunftsklub-Obmann Reinhard Appeltauer freute sich, dass man jetzt endlich mit dem Bürgerbeteiligungsmodell richtig durchstarten könne. TRE-Geschäftsführer Rainer Miksche betonte, mit den beiden Vereinen als Gesellschafter starke Partner zu haben. Man starte jetzt mit den bekannten Themen Elektromobilität und Sonnenenergie, das Potenzial und die Themenbereiche seien aber viel umfassender und größer.

Die Gründung der GmbH mit Sitz in Dobersberg erfolgte erst am 17. Februar, bereits im Vorjahr wollte man die TRE Thayaland gründen. „Es war wichtig, dass die Beteiligten eine wasserdichte rechtliche Sicherheit haben. Unsere Herangehensweise ist FMA-dicht“, erklärt Miksche. (Anm.: FMA - Finanzmarktaufsicht). Als GmbH könne man aber nicht nur sozial sein - sie sei natürlich auf Gewinn orientiert.

Geld investieren und lukreieren

Photovoltaikanlagen wurden bereits in Groß Siegharts und Waldkirchen umgesetzt. Bürger können sich als Mitglieder des Zukunftsklubs an Projekten mit erneuerbarer Energie beteiligen und so Geld investieren und lukreieren. Man strebt ein Volumen von 175.000 bis maximal 249.000 Euro an. Für die Gewinnausschüttung wurden „Zukunftspakete“ geschnürt. Aus dem Erfolgsmodell des E-Carsharing im Bezirk wird nun mit vier weiteren Elektroautos gestartet, die neben der Bezirksstadt nun auch in den Gemeinden stationiert werden. Die E-Car-Flotte wurde im Beserlpark beim Waidhofner Rathaus im Anschluss präsentiert.

Energieagentur-Geschäftsführerin Renate Brandner-Weiß betonte, dass 750.000 Euro pro Woche oder 40 Millionen Euro pro Jahr aus der Region für Energie abfließen.

Landesrat Maurice Androsch erinnerte an die Tschernobyl-Katastrophe am 26. April 1986. „Der 30-jährige Denkprozess ist intensiv genutzt worden. Unsere Auffassung ist, dass diese Energieform nicht die unsere ist.“ Der Startschuss des Bürgerbeteiligungsmodells sei ein starkes Zeichen dafür, dass man das Thema in der Region ernst nimmt und versucht, das abfließende Geld in der Region zu halten, um damit die Region auch künftig gestalten zu können und lobte „die Kraft, die beide Obmänner in diesen Zusammenschluss investiert haben“. Wichtig sei, dass die Bürger der Region in diese auch investieren, um sie zu stärken.

Ein gutes Modell

„Wenn man etwas Neues macht, gibt es immer Skepsis. Dieses Projekt bezieht die Menschen der Region stark mit ein, es ist ein gutes Modell“, betonte Bundesratsabgeordneter Eduard Köck. Letztendlich müsse man auch entscheiden, ob man von einer Krisenregion oder Ländern mit autoritären Machthabern abhängig sein wolle.

„Wenn man hier etwas investiert, gibt man bewusst Geld für etwas aus. Bei Umweltenergiethemen fragen die Menschen immer nach der Wirtschaftlichkeit. Wenn sich aber wer einen Audi oder einen BMW um 30.000, 40.000 Euro und mehr kauft, fragt kein Mensch danach, wie sich das rechnet“, gab Köck zu bedenken.