Fratres

Erstellt am 20. August 2016, 05:24

von Redaktion Gmünd

Kulturdenkmäler für Enkel erhalten. Vertreibung fand vor 71 Jahren statt, schon 1950 wurde auf Rache verzichtet.

Beim Mahnmal in Fratres wurde der Opfer der Vertreibung vor 71 Jahren gedacht: Im Bild der Bundesobmann des Sudetendeutschen Trachtenvereins, Josef Mord, der Bürgermeister von Slavonice, Hynek Blazek, Kreisbetreuer Robert Nowak, Bürgermeister Rudolf Hofstätter, der Österreich-Beauftragte des Heimatkreises Zlabings, Fritz Strommer, P. Gregor und P. Theobald und der Stellvertreter des Kreises, Dieter Vorhemus.  |  noen, Hannes Ramharter

uch 71 Jahre nach der Vertreibung der Deutschen aus Südmähren und dem Zlabingser Ländchen herrscht beim Gedenkstein nahe des Grenzübergangs noch immer gedrückte Stimmung. Das zeigte sich auch bei der Gedenkfeier am Samstag.

Kreisbetreuer Robert Nowak schilderte noch einmal die Situation im Juni 1945, als tschechische Partisanen in die Dörfer eindrangen und die deutsche Bevölkerung zwangen, die Orte zu verlassen. Aus dem Zlabingser Ländchen wurden 12.500 Personen vertrieben, davon starben 50. Wo das Mahnmal in Fratres steht, konnten die Vertriebenen erstmals aufatmen.

Bürgermeister Rudolf Hofstätter hob hervor, dass durch die Anwesenheit von Bürgermeister Hynek Blazek aus Slavonice gezeigt werde, dass auch von dieser Seite ein Schlussstrich gezogen werden kann. Josef Mord, Obmann der Sudetendeutschen Trachtenvereine betonte, dass die Heimatliebe der Vertriebenen und ihrer Nachkommen heute vor allem daran gemessen werde, wie diese Kulturdenkmäler in der alten Heimat oder Gräber in den Friedhöfen erhalten.

„Nur was man aufgibt, hat man endgültig verloren“, stellte er klar. „Gerade die Erlebnisgeneration der Vertreibung ist historisch prädestiniert, Kulturdenkmäler zu erhalten und zu pflegen, damit die Enkel und Urenkel etwas sehen können! Was die Tschechen taten, war schrecklich, aber auch, was Deutsche taten, war schrecklich!“