Thaya

Erstellt am 06. April 2017, 05:41

von Hannes Ramharter

Gebäck für Osterzeit: Vom Fastenbrezel zur Colomba. Erich Kasses hat auch für Fastenzeit passendes Angebot und Spezialitäten fürs Osterfest.

Erich Kasses präsentiert vor einem Bisquit-Osterlamm seine Colomba und sein österliches Teegebäck.  |  Hannes Ramharter

Am kommenden Sonntag ist Palmsonntag, damit erreicht die Fastenzeit mit der Karwoche ihren Höhepunkt. Zu Ostern ist es dann vorbei mit dem Fasten und dem Genuss steht nichts mehr im Wege. Dass man auch gut genießen kann, dafür sorgt auch zu dieser Jahreszeit die Bäckerei Kasses.

Doch auch schon für die Fastenzeit wird in der Bäckerei von Bezirksinnungsmeister Erich Kasses ein passendes Gebäck produziert - die Fastenbrezel. Erich Kasses erzeugt diese nach einem alten Klosterrezept. Dazu verwendet wird ein Semmelteig, die Brezel werden dann zuerst gekocht und dann erst gebacken und mit Salzlake verfeinert.

Osterpinzen gibt es mit oder ohne Rosinen

Weitaus breiter natürlich ist das Angebot für das Osterfest. So gibt es Teebäckerei, dekoriert mit österlich verzierten Marzipan-Eiern. Viel Tradition haben auch die Osterpinzen. Vor allem im Westen Österreichs gehören die Pinzen in den Korb für die Speisenweihe am Karsamstag oder Ostersonntag. Erich Kasses produziert seine Pinzen natürlich wie es sich gehört aus einem Germteig, verfeinert diesen aber mit Wein, bevorzugt mit Muskateller oder Sauvignon Blanc. Da sich an Rosinen in einem derartigem Gebäck sehr oft die Geister scheiden, gibt es die Pinzen mit oder ohne Rosinen. Damit der österliche Charakter unterstrichen wird, legt man bei der Bäckerei Kasses auch noch ein bunt gefärbtes Osterei oben drauf.

Eine Besonderheit, die in der Bäckerei Kasses zu dieser Jahreszeit hergestellt wird, ist die Colomba. Eigentlich heißt das Gebäck „Colomba pasquale“ - was so viel wie die „Ostertaube“ bedeutet, was auf die Form des Kuchens zurückzuführen ist. Hergestellt wird sie aus Weizen-Sauerteig, der höchstens mit einem Prozent Hefe gelockert werden darf. Es ist ein typisches Ostergebäck, das man auch an Verwandte und gute Freunde verschenkt. „Dem Menschen, den man liebt, schenkt man zu Ostern eine Colomba“, formuliert es Erich Kasses.

Der Legende nach geht der Brauch auf die Schlacht von Legnano im Jahre 1176 zurück. Damals sollen bei den Mailänder Truppen zwei Tauben gelandet sein; dies wurden als Verheißung göttlichen Beistands an den Lombardenbund gedeutet. Zur Erinnerung an das Ereignis werden alljährlich in einer Gedenkmesse in der Basilika San Simpliciano in Mailand zwei Tauben frei gelassen.

Kasses verfeinert seine Colomba mit kandierten Orangenschalen, die in Mandarin-Likör eingelegt wurden. Zum Auskühlen muss die Colomba - so wie der weihnachtliche Panettone, übrigens hängen - gar kein so leichtes Unterfangen in einer Bäckerei.

Schinken in Brotteig in zwei Varianten

Eher regional ist eine weitere Osterspezialität der Bäckerei Kasses - der „Osterkranz“, den es mit Mohn- und Nussfülle gibt. Auch der Osterkranz wird mit einem Osterei angeboten. Osterlämmer aus Biskuit mit oder ohne Schokolade-Glasur schließen das süße österliche Angebot ab.

Doch auch Fleisch - bevorzugt Schinken - gehört zum Ende der Fastenzeit dazu. Schinken im Brotteig ist die bodenständige Variante davon. Dazu wird Geselchtes in klassischem Brotteig eingebacken, wobei vor allem die großen Stücke durchaus eine Herausforderung darstellen können.

Es gibt aber auch Beinschinken, der in Brioche-Teig eingebacken wird - eine Spezialität, die Kasses vor allem für seine Wiener Kunden wie Meinl am Graben oder das „Schwarze Kamel“ herstellt. Eine Besonderheit: Jeder Schinken, der bei Kasses eingebacken wird, wird vorher von Pfarrer Wolfgang Auhser gesegnet.

Und noch ein abschließender Tipp: Schinken in Brotteig sollte man unbedingt vorbestellen!