Thaya

Erstellt am 20. Juli 2016, 06:08

von Hannes Ramharter

Lebensretter gesucht. Ältere Frau fiel in Vorwoche am Campingplatz in Thaya ins Wasser, junger Mann mit zwei Kindern rettete sie.

Renate und Sepp Mörtenhumer suchen den jungen Mann, der die Frau am Samstag des Bauernmarktes in letzter Sekunde aus der Thaya gezogen hat.  |  NÖN, Hannes Ramharter

Wie erst jetzt bekannt wurde, gab es am Samstag, 9. Juli gegen 14.30 Uhr einen dramatischen Vorfall am Campingplatz Thaya. Eine ältere Frau war ins Wasser gefallen und drohte zu ertrinken.

Renate und Sepp Mörtenhumer wohnen im Bezirk Tulln und kommen seit mehr als 20 Jahren nach Thaya zum Campen und Fischen. Auch am Samstag angelte Sepp Mörtenhumer und fing eine Bracke. Er wollte, dass ihm seine Frau behilflich ist, dem Fisch schonend den Haken herauszuziehen, damit er ihn wieder zurücksetzen konnte. Dabei dürfte die Frau zu nah ans Ufer gekommen sein, verlor das Gleichgewicht und stürzte in den Fluss.

Lebensretter war mit zwei Kindern unterwegs

Ab diesem Zeitpunkt wurde es kritisch: Die Frau dürfte das Bewusstsein verloren haben bzw. kann sich an nichts mehr erinnern, und Sepp Mörtenhumer versuchte verzweifelt, ihr zu helfen. Allerdings ist er nicht mehr der Mobilste, womit das Unterfangen sehr schwierig wurde.
In diesem Moment kam ein junger Mann mit zwei kleineren Kindern vorbei: „Helfen Sie mir bitte, meine Frau ertrinkt sonst“, wandte sich Mörtenhumer an den Spaziergänger. Dieser zog seine kurze Hose und sein Hemd aus und sprang in den Fluss, bekam Renate Mörtenhumer sehr schnell zu fassen und zog sie ans Ufer. Während sich Mörtenhumer und einige in der Zwischenzeit ebenfalls herangeeilte Gäste des Campingplatzes um die Frau kümmerten, verschwand der Lebensretter so schnell, wie er gekommen war.

„Ich konnte mich bei dem jungen Mann nicht einmal bedanken, so schnell war er wieder weg“, erzählt Mörtenhumer eine Woche später. Es wäre dem Camper ein großes Anliegen, wenn er den Namen des Lebensretters erfahren könnte, um ihm Danke sagen zu können. „Es war am Tag des Bauernmarktes. Irgendjemand muss doch mit einer nassen Hose nach Hause gekommen sein und sich umgezogen haben, oder irgendwer müsste doch jemand mit einer nassen Hose gesehen haben“, meint Gerhard Loidolt, der ebenfalls ein Dauercamper am Campingplatz Thaya ist.