Erstellt am 08. September 2015, 10:35

von René Denk

Strikt gegen Wehr-Abriss. Eduard Köck sieht in keiner Weise ein, dass in Thaya eine Wehr abgerissen werden muss, damit in Raabs ein Kleinkraftwerk gebaut werden kann.

Bundesratsabgeordneter Eduard Köck zeigt die Prüllmühlwehr, deren Abriss er verhindern möchte.  |  NOEN, René Denk

In Oberndorf bei Raabs soll bei der Reismühle ein Wasserkraftwerk durch die Firma SHP Entwicklungs- und BeteiligungsgmbH errichtet werden. Um den Verlust an freier Fließstrecke ausgleichen zu können, soll die Wehr bei der Prüllmühle in Niederedlitz abgerissen werden. Ein Punkt, der Bundesratsabgeordneten Eduard Köck in Rage bringt.

Eduard Köck setzt sich für den Erhalt der Wehren ein und kritisiert die neue EU Wasserrahmenrichtlinie. Eine Verhandlung der Bezirkshauptmannschaft über den Bau des Kleinwasserkraftwerks fand am 7. September statt. Bei der Gemeinderatssitzung in Thaya am 3. September beschlossen die Gemeinderäte einstimmig eine Resolution gegen die Totalabsenkung bzw. den Abriss Prüllmühlwehr.

Köck fordert auf, gegen Abriss zu unterzeichnen

„Diese Maßnahme bedeutet massive Eingriffe in den Bereich der Marktgemeinde. Es sind über 40 Anrainer betroffen“, erklärt Köck, der alle Betroffenen zu einer Unterschriftenaktion eingeladen hat. Er befürchtet viele negative Auswirkungen durch den Abriss der Wehr: „Wir haben heuer am Waidhofner Beispiel gesehen, wie die Thaya bei Hitze und Trockenheit ohne Wehren aussehen würde“, spielt Köck auf den künstlichen Ablass der Thaya in der Waidhofner Badgasse an.

Durch den Abriss würde sich die Breite der Thaya wesentlich verkleinern, was auch zu einer Verwilderung des Flussbettes führt. Köck: „Wir haben Jahrhunderte lang so an der Thaya gelebt und plötzlich sollen wir das anders machen?“ Auch würden die Fischer ausbleiben, der Einbruch der Fußgängerbrücke bei der Wehr und der Ufer bei den Anrainerflächen werde befürchtet. Ebenso wurden erst vor zwei Jahren durch die WA3 die Altarme der Thaya wieder angebunden, was dann unnötig gewesen wäre. Es drohe erhöhte Schadensgefahr im Hochwasserfall und eine Absenkung des Grundwasserspiegels mit der Absenkung der Thaya.

Landschaftsbild wäre nicht mehr dasselbe

Fischereivereinsobmann Günther Gratzl ist auf der Seite von Köck. „In diesem Abschnitt gibt es rund 25 Fischer und viele Fischereitouristen, die dann nicht mehr kommen“, sagt Gratzl. Außerdem würde Waidhofen zeigen, welch kleines Rinnsal die Thaya ohne die Wehren wäre: Von 20 bis 25 Metern an den breiteren Stellen würde die Thaya dann auf drei, vier Meter zusammenschrumpfen. „Es gibt sehr viele Nachteile. Das Landschaftsbild wäre nicht mehr dasselbe, im Hinblick auf den Radweg wäre das extrem schlecht“, so Gratzl.

Die Verhandlung am 7. September wurde vertagt, weil vorher der Abriss der Prüllmühlwehr extra verhandelt werden müsse, erklärte Bezirkshauptmann-Stellvertreter und Verhandlungsleiter Markus Peham.