Thaya

Erstellt am 18. Mai 2017, 03:40

von Michael Schwab

Uraufführung: Suche nach dem Sinn. Sarah Scherer begab sich als Tochter des Flussgottes auf die Suche nach sich selbst und der Zukunft, die auf sie wartet.

Sarah Scherer in ihrer Rolle als Ephemere bei der Uraufführung des Stücks „Ein Fluss schläft nie“ in Thaya.  |  Michael Schwab

„Ein Fluss schläft nie“ lautete der Titel des Stücks von Sarah Scherer, das am Samstag im Rahmen des Theaterfestivals „Szene Bunte Wähne“ am Flussufer beim Beachvolleyballplatz in Thaya uraufgeführt wurde.

Die Flusslandschaft der Thaya bot der aus Südtirol stammenden Schauspielerin eine perfekte Bühne für die Geschichte um Ephemere, die Tochter des Flussgottes, die jeden Tag an einem anderen Ort erwacht und immer auf der Reise ist. In einem am Flussufer gefundenen Spiegel entdeckt sie nicht sich selbst, sondern den griechischen Gott Chronos, den Gott der Zeit, der zu allem Überfluss auch noch stets in Rätseln spricht.

Scheinbar aussichtslos scheinen Ephemeres Versuche, gegen den Strom der Zeit anzukämpfen, ob mittels einer Sofortbildkamera, um die Erinnerung festzuhalten, oder der Flucht über mehrere Zeitzonen hinweg. Die Frage nach dem Sinn der eigenen Existenz und der Zukunft, die auf Ephemere wartet, hat Sarah Scherer gelungen in eine spielerisch und fantasiereiche Geschichte, die für alle Altersgruppe geeignet ist, verpackt.

Eine herumlaufende Katze, die sich auf die Bühne verirrte, baute Scherer spontan in ihr Stück ein, und man musste sich die Frage stellen, ob die Aktion nicht doch geplant war - sie war es aber nicht.

Die Musik von Matthias Jakisic untermalte die Szenen hervorragend. Für Heiterkeit sorgten alte Fernsehausschnitte, die Ephemere auf ihrem „Orakel“ sah, inklusive dem Testbild, das früher nach Programmschluss gezeigt wurde. Nach einer sehr schnell verflossenen Stunde war Ephemere am Ende ihrer Suche angelangt und fand den Mut zum Aufbruch in ihre Zukunft - die Lösung des Rätsels, die sie in der Vergangenheit suchte, und die eigentlich vor ihr lag.