Erstellt am 23. Oktober 2015, 06:27

von Renate Müllner

"Astoria" in Waidhofen aufgeführt. Drama von Jura Soyfer wird noch bis 8. November aufgeführt. TAM-Ensemble agiert dabei in Hochform.

Ewald Polacek gratulierte Walter Weber, Gerald Kunc, Sonja Deimling, Joachim Schübl, Annemarie Brunner, Juliane Schaden, Dorian Puchinger, Elisabeth Datler, Ulrike Hassler, Johann Kargl, Renate Neunteufel, Christine Reiterer, Martina Steindl, Helga Reiter und Inge Rosenauer zur gelungenen Premiere von Astoria. Adele Schaden übertraf sich mit den Kostümen wieder einmal selbst.  |  NOEN, Renate Müllner

Ein Jahr lang bereiteten sich 15 Schauspielende zusammen mit TAM-Prinzipal Ewald Polacek auf sein geheimes Lieblingsstück „Astoria“ von Jura Soyfer vor. Es wurde vergangenen Samstag im TAM zur Premiere gebracht.

Im Jahr 1937 schrieb Jura Soyfer „Astoria“ nachdem er über den Erfolg von Gaunern, welche Erdölvorkommen erfunden hatten, in der Zeitung gelesen hatte. Vom Traum eines besseren Ortes, den es eigentlich nicht gibt, bis zu absurden Einreisebestimmungen, sind die Parallelitäten zwischen Astoria und der Realität bis heute enorm. So spricht das Stück auch die hoch aktuelle Flüchtlingsthematik an.

„Glauben Sie diesem Stück nichts!“

Vorne weg schickt Ewald Polacek: „Glauben Sie diesem Stück nichts!“ In Astoria gibt es keine Kriminalität, keine Armut und keine Arbeitslosigkeit. Wie auch, der Staat besitzt kein Land und somit auch keine Einwohner. Astoria ist das Phantasiegebilde des Vagabunden Hupka, entwickelt aber im Laufe des Stückes eine enorme Macht.

Die Rolle des Hupka wird durch die sprachliche Gewandtheit von Walter Weber zum Leben erweckt. Besonders hervorzuheben ist auch Elisabeth Datler, welche die Rolle der Gräfin Gwendolyn durch witzigen britischen Akzent in Erinnerung bleiben lässt. Mindestens genauso gut spielt Ulrike Hassler den senilen Grafen, welcher als Außenminister in Astoria fungiert.

Generell kann man der Darbietung das Prädikat sehenswert verleihen. Was genau es mit dem Staat auf sich hat, und wie es mit Hupka weiter geht, kann man bis 8. November noch insgesamt fünf Mal im TAM sehen.