Erstellt am 10. November 2015, 11:37

von René Denk

Trainieren mit 10 und 85. Seit 2009 hat sich die Zahl der Menschen, die ins Fit Aktivcenter trainieren gehen, nahezu verdreifacht. Stefan Bittner spricht auch von einem Image-Wandel.

Fit-Cheftrainer Stefan Bittner erklärt sich die immer größer werdende Beliebtheit des Fitnessstudios vor allem durch den Wandel des Bildes hin zum »Gesundheitstraining«.  |  NOEN, René Denk
Das Fitnessstudio wird auch im Bezirk zur immer beliebteren Sportvariante. „Anfang 2009 hatten wir 383 aktive Kundenverträge abgeschlossen, im Oktober 2015 waren es bereits 948“, weiß Stefan Bittner, Fitness-Bereichsleiter des Fit Aktivcenters in Waidhofen. Die Tendenz ist weiterhin klar im Steigen begriffen.

Warum sich die Zahl der Fitnessstudio-Kunden fast verdreifacht hat, kann sich Bittner aus mehreren Gründen erklären. Zum einen hätte sich das Bild des Fitnessstudios maßgeblich geändert. „Heute gibt es ein viel größeres Bewusstsein für Bewegung und Gesundheit. Früher brachte man das Studio sicher viel mehr mit riesigen Muskelbergen in Verbindung. Mit diesem Bild kämpfen wir teilweise immer noch. Aber das hat sich schon sehr gebessert“, sagt Bittner im NÖN-Gespräch. So würden Personen, die heute trainieren, nicht mehr das Vorbild des Extrembodybuilders haben, sondern eher das Athletische, Sportliche und vor allem Gesunde. „Hauptsächlich hat sich der Beweggrund für das Training geändert, früher zählten eher Optik und Ästhetik, jetzt zählen Gesundheit und Fitness viel mehr“, meint der Fit-Trainer.

„Es bringt wenig, nur ein halbes Jahr zu trainieren,
wenn man Wirbelsäulenprobleme hat.
Da muss man schon das ganze Jahr dahinter sein.“
Fit Aktivcenter Trainer Stefan Bittner

Dass hier ein Imagewechsel stattgefunden hat, sieht man auch an der Kundenverteilung des Fit Aktivcenters. So gingen zu Beginn 2009 mit 57,4 Prozent mehr Männer trainieren. Im Oktober 2015 sieht das mit 51,6 Prozent deutlich ausgeglichener aus. Außerdem, so Bittner, gehen heute auch viele ältere Personen trainieren, um etwas für ihre Fitness zu tun: „Früher ist man als über 60-Jähriger im Fitnessstudio aufgefallen. Wir haben uns sehr um diese Kundengruppe bemühen müssen, um sie zu gewinnen. Jetzt ist das kein Thema mehr.“ Aber auch jüngeres Publikum würde das Fitnessstudio nun anziehen: „Wir haben Kunden von 10 bis 85 Jahren“, ist Bittner stolz.

Den meisten Kunden sei heute wichtig, etwas gegen ihre Gewichtsprobleme oder ihre Rücken- und Wirbelsäulenprobleme zu unternehmen, wo das Krafttraining eine wichtige Rolle spielt. Der Ausgleich zum Berufsalltag und der damit oft verbundenen Bewegungsarmut kann über das Training hergestellt werden.
Speziell bei Rückenproblemen würden sich die ersten Erfolge bereits nach zwei bis drei Wochen einstellen.

Auch saisonale Unterschiede werden weniger. In einem Wintermonat, wie dem Jänner 2015, checkten im Durchschnitt ins Fit Aktivcenter 185 Personen pro Tag ein; im Sommermonat Juli waren es im Schnitt 115 Kunden pro Tag. „Da hat der Einbau der Klimaanlage viel gebracht. Früher lag die Zahl in einem Sommermonat deutlich unter 100 pro Tag“, weiß Bittner. Dass der saisonale Unterschied immer geringer wird, hängt aber auch von der Motivation zum Training ab: „Gesundheitstraining ist das ganze Jahr über wichtig. Es bringt wenig, nur ein halbes Jahr zu trainieren, wenn man Wirbelsäulenprobleme hat. Da muss man schon das ganze Jahr dahinter sein“, sagt der Fit-Trainer.

Das Fit Aktivcenter wurde wegen der steigenden Kundenfrequenz seit 2010 schon mehrfach um- und ausgebaut. So wurde die Trainingsfläche 2010 von 170 auf 280 Quadratmeter vergrößert.
Ein weiterer maßgeblicher Ausbau erfolgte 2013, wo man mit dem Extraraum für den Ausdauerbereich nun insgesamt fast über 400 m² Trainingsfläche zur Verfügung stellt.