Waidhofen an der Thaya

Erstellt am 06. Juli 2017, 02:37

von René Denk

Wasserverbrauch meist im Rahmen. In Dobersberg stieg der Verbrauch auf das Doppelte an. Die Disziplin der Bürger entschärfte die Lage.

Waidhofens Stadtrat Martin Litschauer zeigt einen Brunnen der Wasserversorgungsanlage Brunn. In Waidhofen ist man bestens vor der Wasserknappheit abgesichtert.  |  René Denk

Die Dürre, die nur von kurzen und wenig wasserreichen Schauern unterbrochen wird, hält an. Mittlerweile haben die ersten Gemeinden Informationen an ihre Bürger ausgesendet, um sie zum Wassersparen aufzufordern.

Am schlimmsten dürfte es in Dobersberg sein, wo vor rund zwei Wochen eine Verordnung zum Wassersparen herausgegeben wurde. Wassermeister Markus Zahrl erklärt, dass die Abnahmemengen in Dobersberg seit der Trockenheit explodiert sind. In Dobersberg gibt es zwei Brunnenfelder. Eines befindet sich in der Nähe des Badeteiches, das andere in der Thayagasse. Beide Felder haben keine Probleme mit der normalen Abnahmemenge von 130 bis 140 m Wasser.

Wasserverbräuche stiegen stark an

Allerdings stieg der Verbrauch auf 260 bis 270 m an. „Die Leute haben sich sehr brav an die Verordnung gehalten. Die Hochbehälter sind jetzt wieder voll, wenn sich die Bürger weiter so daran halten, werden wir kein Problem mehr haben“, meint Zahrl. Die Gemeinde Karlstein gab bereits am 14. Juni eine Information an ihre Bürger heraus, mit der Bitte, Wasser zu sparen.

„Diese hat gewirkt, der Verbrauch ist um 30 bis 40 % zurückgegangen, die Brunnen erholen sich“, sagt Amtsleiter Günter Koll. So war im Ort Karlstein der Wasserverbrauch von 140 bis 150 m auf weit über 200 m angestiegen, für Koll logisch, aufgrund der Trockenheit hätten die Leute einfach viel mehr gegossen. Aber: „Wäre das noch drei Wochen mit diesem hohen Verbrauch so weitergegangen, wären die Reserven erschöpft gewesen!“

Die Gemeinde Kautzen forderte ihre Bürger noch nicht auf, Wasser zu sparen. Wasserwart Hannes Zeiner spricht von einem Drittel Mehrverbrauch während der Trockenzeit: „Derzeit können wir das abdecken. Es ist verständlich, dass jetzt mehr gegossen wird. Wenn die Trockenheit aber noch drei, vier Wochen andauert, dann könnte es auch bei uns kritisch werden. Dann ist es aber auch überall anders kritisch.“

Keine Sorgen macht man sich in der Stadtgemeinde Waidhofen. Der Verbrauch liegt derzeit bis zu 30 Prozent über dem Jahresschnitt, im Stadtgebiet bedeutet das derzeit rund 1.100 m pro Tag. Sechs Brunnen bzw. Quellen mit drei Aufbereitungsanlagen stellen die Wasserversorgung sicher. Vom städtischen Wassernetz werden auch Klein Eber harts und Vestenötting versorgt. Der zuständige Stadtrat Martin Litschauer betont, dass die Verbrauchsspitzen mit Wasser der EVN-Leitung abgedämpft werden: „Wir haben einen Vertrag mit der EVN und sind verpflichtet, hier eine Mindestmenge abzunehmen. Das tun wir zu diesen Zeitpunkten.“

„Wasserleitung bedeutet zusätzliche Sicherheit“

Er bedauert, dass die Ortschaften Matzles, Ulrichschlag, Pyhra, Puch und Schlagles noch keinen Anschluss an eine Wasserversorgungsleitung haben, dort versorgen sich die Bürger über Hausbrunnen. Eine Wasserleitung bedeute zusätzliche Sicherheit für den Ort. Gleichzeitig müsse man mit Blick in die Zukunft immer wieder Möglichkeiten ins Auge fassen, neue Quellen für die Stadt zu erschließen, um so die Wasservorräte zu sichern, auch wenn die Bevölkerung nicht wächst.

In der Vorwoche sandte die Stadtgemeinde Raabs ein Rundschreiben aus, dass die Bürger dazu anhalten soll, mit dem Wasser vorsichtig umzugehen. „Keine Verordnung, nur eine Empfehlung. Derzeit gibt es noch keine Mängel“, sieht Stadtamtsdirektor Herbert Hauer das Schreiben als reine Vorsichtsmaßnahme. Derzeit gäbe es überall noch genügend Wasser. In der Gemeinde Ludweis-Aigen erklärt Amtsleiter und Ludweiser Wasserwart Fritz Kadernoschka, dass es in den Wasserleitungen bis auf Ludweis genügend Wasser gäbe, weil eine sehr geringe Abnahme vorherrsche. In Ludweis sei man am Limit, der Zulauf sei kaum höher als der Verbrauch.

Vielerorts wird auf EVN-Wasser vertraut

Die Stadtgemeinde Groß Siegharts machte auf ihrer Homepage einen vorsorglichen Aufruf, mit Wasser sparsam umzugehen, wie Stadtamtsdirektor Jochen Strnad erklärt. „Das Gemeindegebiet ist großteils mit EVN-Wasser versorgt. In den restlichen Katastralgemeinden haben wir bisher von Problemen mit Hausbrunnen noch keine Meldungen erhalten“, sagt Strnad. Es bestehe momentan keine Gefahr oder Grund zur Besorgnis. In der Gemeinde Gastern wurde von einigen Hausbrunnenbesitzern schon auf den niedrigen Wasserstand aufmerksam gemacht, Probleme mit der Wasserknappheit einer Versorgungsleitung hat man aber auch dort nicht.

Dietmanns hat reichlich Wasser und hatte auch bei der großen Trockenheit 2015 kein Problem. „Generell haben wir sehr viel Wasser. Zur Absicherung haben wir auch einen Vertrag mit EVN Wasser“, erklärt Amtsleiterin Petra Wälzl. Auch die Gemeinde Pfaffenschlag hat noch von keinen Problemen mit trockenen Hausbrunnen oder anderen Schwierigkeiten in ihren Katastralgemeinden gehört. Im Hauptort sowie in Kleingöpfritz, Arnolz und Großeberharts versorgt die EVN mit Wasser. Der Ort Thaya sowie Groß Gerharts werden ebenfalls mit EVN-Wasser gespeist. Aus den anderen Katastralgemeinden Thayas seien bisher keine Wassernöte auf dem Gemeindeamt bekannt, sagt Amtsleiter Alois Semper.

Bürgermeister Christian Drucker betont, dass seine Gemeinde Waidhofen-Land komplett mit EVN-Wasser versorgt sei und es daher bislang überhaupt keine Probleme gibt. Auch Vitis wird größtenteils mit EVN-Wasser versorgt. Von Wasserknappheit bei Hausbrunnen, wie sie manchmal in Stoies oder Schacherdorf vorkommen, ist derzeit ebenfalls nichts bekannt. Die Gemeinde Windigsteig wird zum großen Teil auch über EVN-Wasser versorgt. „Vereinzelt dürften die Hausbrunnen an der Untergrenze sein“, erzählt Amtsleiter Franz Steininger.

Auch in der Gemeinde Waldkirchen sparen die Menschen. Auch im Hauptort gibt es dort kein Wasserleitungsnetz. Trotzdem sind die Probleme überschaubar. „Es gibt zwei, drei Fälle, da holen sich Bürger Wasser von der Löschwasserzisterne in Waldkirchen“, sagt Bürgermeister Rudolf Hofstätter.