Waidhofen an der Thaya

Update am 28. Februar 2017, 13:51

von René Denk

Über 3.000 Faschingsnarren in Waidhofen an der Thaya. Einen vollen Erfolg verzeichneten die Feuerwehren, die den Faschingsumzug am 26. Februar am und rund um den Waidhofner Hauptplatz organisierten.

Mehr als 3.000 Besucher und rund 20 Umzugswägen verwandelten am 26. Februar den Waidhofner Hauptplatz zur Faschingsszene Nummer eins im Bezirk.

Der Zug wurde angeführt von der Blasmusikkapelle, die adrett gekleidet mit einem überdimensionalen, orangenen Mascherl des neuen Stadtgemeindelogos aufspielte. Dahinter folgte das Prinzenpaar Otto Zach und Doris Weidmann in einer Pferdekutsche.
Das Raiffeisen Lagerhaus Racing Team, gleich zwei Wagen mit überdimensionalen Zwettler Bierkisten, ein „mobiler Golfplatz“ der Hollenbacher, die „Geldwäscheweiber“ der Raiffeisenbank oder Schneewittchen und die Zwerge - definitiv weit mehr als sieben - der Sparkasse sorgten für ausgelassene Stimmung. Die Faschingsnarren kamen aus dem ganzen Bezirk. Auch Straßenreiniger aus Lindau waren gekommen, die meinten, dass der Frühjahrsputz die Stadtgemeinde zu viel Geld koste und sie deshalb ehrenamtlich für die Bezirksstadt in die Bresche springen würden.

Nach zwei Runden um den Hauptplatz herum konzentrierte sich die Veranstaltung auf die dortige Bühne. Mit Stadtpfarrer Josef Rennhofer, dem Prinzenpaar und dem NÖN-Chef-vom-Dienst Hannes Ramharter wurde eine Jury zusammengestellt, die die besten drei Wägen auswählte.

„Eines war klar: Wenn wir den Faschingsumzug nicht gleich noch heuer machen, machen wir ihn nie wieder.“
Kommandant Erwin Burggraf

Vor allem Kreativität und qualitative Handarbeit waren für die Jury wichtig: Die Hollenbacher mit ihrem Golfplatz-Wagen wurden mit dem dritten Preis ausgezeichnet und erhielten großen Dank dafür ausgesprochen, dass es jetzt ein mobiles Golfangebot gibt, denn Golfer könnten sowieso nicht mehr auf den inzwischen verwachsenen Platz fahren.

Der zweite Preis ging an das letzte Raucherlokal, das die Jaroldner für den Umzug bereitgestellt hatten. Auf die Frage von Moderator Andreas Hitz, warum man denn das letzte Raucherlokal – bestehend aus unzähligen Zigarettenpackungen und einer großen, rauchenden Zigarette aus zusammengeschweißten Fässern auf dem Dach – geschaffen hat, meinten die Jaroldner: „In Waidhofen ist das ja ein heißes Thema. Ich bin gespannt, wie viele Anzeigen wir wegen unseres Wagens bekommen!“

Der erste Preis ging an die Hohenwarther aus der Gemeinde Karlstein. Sie fuhren mit einem „Bierbike“ (zwölf Tretsitze und in der Mitte eine Bar mit Kellner) sowie einer fahrbaren Badewanne auf.

Als Veranstalter fungierten die Feuerwehren Matzles, Hollenbach, Altwaidhofen, Vestenötting-Kleineberharts und Ulrichschlag. Der Matzleser Kommandant und Generalorganisator Erwin Buggraf dankte den Faschingsnarren für ihre kreativen Wagen, für deren Herstellung nur drei Wochen Zeit war.

Rund 80 Mitglieder der Feuerwehren und weitere Helfer waren für den Umzug im Einsatz. Vor allem dankte Burggraf auch Vizebürgermeister Gottfried Waldhäusl für seine tatkräftige und finanzielle Unterstützung sowie den Moderatoren und Stimmungsmachern Andreas Hitz, Martin Leitgeb und Kurt Liball, die bei der Veranstaltung ehrenamtlich mitwirkten.

„Als ich gehört habe, dass der Umzug nicht stattfinden soll, fand ich das sehr schade. Ich habe meine Kameraden und die anderen Feuerwehren gefragt, ob sie mitmachen würden - sie haben nicht nein gesagt“, erzählte Burggraf. Denn eines war ihm klar: Die Vorbereitungen für den Faschingsumzug waren von einigen Gruppen schon gestartet worden. „Wenn wir den Faschingsumzug heuer nicht gemacht hätten, dann hätte er wahrscheinlich nie wieder stattgefunden“, meinte Burggraf.

Moderator Hitz betonte mehrmals: „3.000 Menschen hier am Hauptplatz - das ist kein Lärcherlschas!“ Und Vizebürgermeister Waldhäusl meinte: „Es ist eine Super-Veranstaltung für Waidhofen. Ich danke allen, die hier in irgendeiner Form dabei sind.“