Erstellt am 10. September 2015, 05:47

von René Denk

Verdoppelt: Junge suchen Lehrstellen. Zahl der Arbeitslosen bleibt zum Vorjahres-August nahezu gleich, auf dem „Lehrstellenmarkt“ spitzt sich die Situation zu.

 |  NOEN, APA/Herbert Neubauer

Die Zahl der sofort verfügbaren Jugendlichen, die eine Lehre beginnen wollen, hat sich von elf auf 23 mehr als verdoppelt. Gemeinsam mit den erst später verfügbaren Jugendlichen wuchs die Zahl von 20 auf 28 um 40 Prozent an (siehe Grafik).

AMS-Bezirksleiterin Edith Zach schlägt Alarm: „Wir verzeichnen bei den Jugendlichen, die keinen Lehrplatz gefunden haben, diesen starken Anstieg. Die Gründe dafür sind zum einen weniger Ausbildungsplätze, den die Unternehmen zur Verfügung stellen. Sehr oft ist es aber auch leider so, dass das Angebot und die Wünsche zu weit auseinandergehen.“

Für benachteiligte Jugendliche, wie beispielsweise Mädchen in Männerberufen gäbe es vom Arbeitsmarktservice (AMS) einen monatlichen Zuschuss, der je nach Berufsgruppe unterschiedlich ist. Für Jugendliche, die keine Lehrstelle mehr finden, bietet das AMS die „überbetriebliche Lehrausbildung“ an. In Waidhofen bietet solche Plätze die „EIBE“ für die Tischlerlehre an, einige Plätze sind auch noch frei. Sonst gäbe es keine Unterstützung des AMS, aber von der Wirtschaftskammer.

Jugendliche melden sich beim AMS erst sehr spät

„Meiner Erfahrung nach werden noch bis Dezember die Jugendlichen kommen, die auf der Suche nach einer Lehrstelle sind und nichts gefunden haben. Das war bisher jedes Jahr so - leider warten einige Jugendliche bis Ende der Ferien oder noch länger und melden sich erst dann bei uns. Zu diesem Zeitpunkt sind aber fast schon alle Lehrstellen besetzt“, versucht Zach Bewusstsein bei Jugendlichen und ihren Eltern zu schaffen, sich viel früher beim AMS zu melden.

Im Oktober wird es wieder eine Veranstaltung geben, wo das AMS Lehrbetriebe, die noch auf Suche sind und Jugendliche, die einen Lehrplatz suchen, zusammenbringen will.