Erstellt am 16. Juni 2016, 05:00

von Michael Schwab

Von Gulden, Pfund und Schillingen. Franz Fischer referierte beim Museumsstammtisch über Geschichte des Geldes.

Beim Museumsstammtisch: Herta Schlosser, Leopold Gudenus, Martin Bogg, Johann Schuh, Markus Führer, Franz Fischer und Christian Schiefer.  |  NOEN, Michael Schwab

„Ohne Geld ka Musi“ - unter diesem Motto warf Franz Fischer beim letzten Museumsstammtisch vor der Sommerpause am Mittwoch einen Blick auf die Geschichte des Geldes in Österreich.

Nach einem kurzen Abstecher in die Frühzeit, wo der Übergang vom unhandlichen „Schatzgeld“ zum ersten Handelsgeld in Form von transportablen, nicht zu wertvollen Objekten erfolgte, bis zu den ersten Münzprägungen, stieg Fischer in das mitunter unübersichtliche Sammelsurium verschiedener Währungsbezeichnungen des Mittelalters ein.

Von der Frühzeit bis zum Mittelalter

So tauchen in Dokumenten wie dem Waidhofner Stadtbuch Bezeichnungen wie Pfund, Gulden, Talente, Pfennige und Schillinge auf. Dabei handelt es sich jedoch nicht immer um eigene Währungen, sondern vielmehr Recheneinheiten. So legte beispielsweise Karl der Große fest, dass aus einem Pfund Silber zu 408 Gramm 240 Pfennige geprägt werden. 240 Pfennige wurden als „ein Pfund Pfennige“ bezeichnet.

Der Schilling war hingegen eine bloße Recheneinheit, in Österreich und Bayern zählten 30 Pfennige als ein Schilling, ein Pfund entsprach also acht Schillingen. Im übrigen Reichsgebiet zählte ein Pfund zwölf Schillinge zu 20 Pfennigen - ein System, das bis 1970 in Großbritannien verwendet wurde.

Interessant waren auch die Ergebnisse von Fischers Recherchen zur Kaufkraft. So verdiente ein Handwerker im Jahr 1328 elf Pfund am Tag. Ein Kilogramm Korn kostete 2,4 Pfund, ein Pfund Fleisch 3,2 Pfund und ein Liter Wein 8,5 Pfund.

Für 300 Gulden bekam man im Jahr 1643 in Thaya eine Landwirtschaft, in der Hinterlassenschaft eines Färbergesellens im Jahr 1796 fand man 246 Gulden. „Das war also praktisch ein kleines Vermögen, das der Mann auf seiner Walz angehäuft hatte“, merkte Fischer an.