Waidhofen an der Thaya

Erstellt am 20. April 2017, 03:15

von René Denk

Park and Drive: Platz hat keine Priorität. Bürgermeister Altschach und Stadtrat Pfabigan würden Platz für gute Idee halten. Pfabigan will Projekt thematisieren, Altschach sieht wichtigere Projekte.

Stadtrat Franz Pfabigan steht vor dem Platz in der Thayastraße in der Nähe des Waldrapp-Kreisverkehrs. Bereits 2008 hatte er die Idee für einen „Park and Drive“-Platz in Waidhofen.  |  René Denk

Nach wie vor gibt es Pendler, die ihr Auto am unbefestigten Platz in der Thaya-Straße in der Nähe des Waldrapp-Kreisverkehrs parken, um mit einem Kollegen weiter in die Arbeit zu fahren.

Bereits 2008 hatte SPÖ-Stadtrat Franz Pfabigan die Idee, dort einen „Park and Drive“- Platz zu errichten. Auch der damalige ÖVP-Bürgermeister Kurt Strohmayer-Dangl wollte einen Infopoint mit befestigten Flächen schaffen. 2011 wurde die Idee dann wegen der finanziell schlechten Lage der Stadtgemeinde für tot erklärt. Ganz aufgeben wollten Strohmayer-Dangl und Pfabigan das Projekt aber nicht, weil sie hofften, dass das Land einen Park and Drive-Platz errichte, schließlich gäbe es auf der gesamten Bundesstraße keinen echten Rastplatz, wie Pfabigan 2011 betonte.

"Einen besseren Platz gibt es gar nicht"

„Das ist für mich nach wie vor ein Thema“, meint SPÖ-Stadtrat Franz Pfabigan heute. Es sei aber nicht nur ein Thema der Stadt, sondern der gesamten Region, da viele Autofahrer aus anderen Gemeinden sich dort treffen würden, um gemeinsam mit einem Auto weiterzufahren. Zudem befinde sich die ebene Fläche ganz in der Nähe des Einstieges in den Radweg Thayarunde. Der Einstieg ist am Waldrapp- und Arbeiterkammerparkplatz vorgesehen, jedoch muss man dort erstmal bergauf radeln, um auf die Thayarunde zu kommen. Das ist beim anderen Platz nicht so.

„Während der Woche Pendler, am Wochenende Radfahrer. Einen besseren Platz dafür gibt es eigentlich gar nicht“, ist Pfabigan sicher. Die Stadtgemeinde hat für ihre zu finanzierenden Projekte eine Prioritätenliste erstellt und beschlossen. Darin kommt dieser Platz nicht vor. Auch Pfabigan betont, dass es diese Liste abzuarbeiten gilt. Natürlich käme es dabei aber auch auf die Höhe der Investition an: „Das ist sicher auch ein Thema für die Kleinregion“, meint er und will es beim nächsten „Jour fixe“ — eine Sitzung aller Fraktionen des Gemeinderates vor der Stadtratssitzung — thematisieren.

Altschach: „Sehe Projekt nicht als vorrangig“

Bürgermeister Robert Altschach (ÖVP) spricht auf NÖN-Anfrage vom Park and Drive-Platz von „keiner schlechten Idee“. Allerdings sei der Waldrapp- und der Arbeiterkammerparkplatz relativ nahe, weshalb er so ein Projekt als nicht vorrangig sieht. So viel weiter sei es nicht, dort das Auto abzustellen und weiterzufahren. „Das kann man den Autopendlern auch zumuten“, meint der Bürgermeister. Es gäbe wichtigere Projekte, die man auch mit der Prioritätenreihung im Gemeinderat beschlossen habe.

Im Zusammenhang für den Radweg Thayarunde sieht er dafür keine sinnvolle Lösung: „Der Bahnhofsparkplatz ist als Einstiegstelle angedacht, das Konzept ist auf den Bahnhof abgestimmt. Auch beim Waldrapp- sowie am Arbeiterkammerparkplatz kann man einsteigen. Dort ist die nötige Infrastruktur, wie zum Beispiel eine öffentliche Toilette, bereits vorhanden. Und das muss bei einer Einstiegsstelle geboten werden“, so der Bürgermeister. Eine weitere Toilette bei der Thayastraße zu installieren, wäre sehr teuer.

Keiner der Stadträte hätte bisher so eine Möglichkeit angesprochen. Eine Finanzierung durch die Kleinregion hält er nicht für realistisch, auch sie hätte kein unbegrenztes Budget. Wenn hier ein Konzept für einen Park and Drive-Parkplatz vorgelegt werde, das die Finanzen der Stadt nur sehr wenig beansprucht, dann könne man sich das Thema genauer ansehen.

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