Erstellt am 25. Februar 2016, 06:19

von Daniela Schuh

Datenautobahn kommt. Im gesamten Bezirk werden Leerverrohrungen für Glasfaserkabel verlegt, die ersten Anschlüsse werden bereits heuer aktiviert. Pilotprojekt des Landes macht dies möglich.

Breitbandkoordinator Rainer Miksche, Bundesrat Eduard Köck und Bürgermeister Reinhard Deimel freuen sich über die Initiation des Landes NÖ.  |  NOEN, Daniela Schuh

Das Waldviertel bekommt nun endlich die lang ersehnte Autobahn. Aber es ist keine Autobahn im herkömmlichen Sinn, im Bezirk Waidhofen entsteht nämlich eine Datenautobahn. „Mit dem Ausbau der Glasfaserinfrastruktur setzen wir den wohl zukunftsträchtigsten Schritt des Jahrhunderts“, erzählt Bundesratsabgeordneter Eduard Köck. Von vier Modellregionen in ganz NÖ ist Waidhofen der einzige Bezirk, in dem alle 16 Gemeinden ausgebaut werden. Ausschlaggebender Grund dafür ist die Übernahme der Bahntrassen Göpfritz-Raabs und Waidhofen-Fratres.

Mindestens 40% der Haushalte müssen zustimmen

Seit Herbst wird an 36 Baustellen gearbeitet, für das kommende Jahr sind 120 Weitere vorgesehen. Für einen Ausbau bedarf es der Zustimmung von mindestens 40% der Haushalte, erst dann wird mit der Planung begonnen. Jeder Haushalt bekommt dabei seine eigene Leitung. Die finanziellen Kosten von rund 2.500 pro Haushaltsanschluss werden in voller Höhe vom Land NÖ getragen. Eigens dafür wurde die Landesgesellschaft „noegig“ gegründet. Für die Bauarbeiten und die Verlegung werden nur Firmen aus dem Bezirk engagiert. „Die heimische Wirtschaft wird somit mit über 15 Mio. gefördert“, erklärt Breitbandkoordinator Rainer Miksche.

Die ersten abschließenden Aktivitäten, inklusive Testläufe, wurden bereits in Kautzen vorgenommen. „Die Leute sind sehr zufrieden“, weiß Bürgermeister Reinhard Deimel.

Projekt nach schwedischem Model

Das Projekt orientiert sich dabei an einem schwedischen Modell: Das verlegte Material bleibt Eigentum der Gesellschaft, das Netz hingegen ist offen für alle Dienstanbieter. Außerdem wird großer Wert darauf gelegt, bereits vorhandene Verrohrungen zu verwenden, um kostengünstig zu arbeiten. Das gesamte Vorhaben soll außerdem Jungunternehmer anspornen, die Möglichkeiten des Glasfaserkabels weiterzuentwickeln.

Für die Nutzer fällt eine einmalige Aktivierungsgebühr von 99 an, der Preis des monatlichen Einstiegspakets beträgt 29,90 . Durch die Umstellung könnten Downloads mit 100-facher Geschwindigkeit und Uploads mit 1000-facher Geschwindigkeit stattfinden. „Das revolutioniert die Heimarbeit“, sagt Miksche. Bis 2030 soll jedes Gebäude in Niederösterreich mit dem leistungsstarken Internet versorgt sein.