Erstellt am 23. März 2016, 06:04

von Redaktion Gmünd

Erfolge und Probleme bei Flüchtlingsbetreuung. Für Bastelbeiträge und Ferienbetreuung wird weiter um Spenden gebeten, Ärzte-Ehepaar hofft weiter auf Möglichkeit, seinen Landsleuten helfen zu können.

Beim Vernetzungstreffen der ehrenamtlichen Helfer der Asylsuchenden: Celine Stöger, Elfriede Monihart, Helga Voisy, Hildegard Wiedmann, Maria Gehmayer, Nicole Monihart, Gilbert Brodar, Gerlinde Oberbauer, Christa Fischer, Katrin Oberbauer, Andrea Röcklsberger, Gertrude Grün, Hilmar Zschiedrich, Irmgard Widmann, Hans Buchner, Monika Moser, Andreas Bartl, Sonja Amann und Christian Scheidl.  |  NOEN, Lauter photography

Zu einem Vernetzungstreffen lud in der Vorwoche Christian Scheidl von der Caritas, um die Arbeit der Freiwilligen in Zusammenhang mit der Flüchtlingssituation zu koordinieren. Es wurde auch großer Wert darauf gelegt, auch auf die Freiwilligen einzugehen, die außerhalb der Stadtgemeinde Waidhofen tätig sind.

Asylkoordinator Gilbert Brodar berichtet von einem Mann und seinem 17-jährigen Sohn, die nach einem positiven Asylbescheid aus ihrer Unterkunft ausziehen müssen. „Sie brauchen dringend etwas Dauerhaftes, wollen aber in Waidhofen bleiben.“

Außerdem kann Brodar mitteilen, dass Vertreter des Österreichischen Integrationsfonds in Waidhofen waren, um die ersten zwölf Kursanträge für Deutschkurse einzugeben. „Statt dass zwölf Asylsuchende nach St. Pölten fahren mussten, um die Anträge abzugeben, sind zwei Vertreter des Fonds nach Waidhofen gefahren, das ist viel ökonomischer“, freut er sich.

„Ohne Integration wird es überall gröbere Probleme geben.“
Gilbert Brodar, Integrationsbeauftragter der Volkshilfe

Nicht locker lassen will Brodar auch bei den Bastelbeiträgen für Kinder von Asylsuchenden in den Kindergärten und bei der zukünftigen Betreuung in den Ferien. Brodar sucht nach wie vor Personen, die bereit sind, Patronanzen für die Bastelbeiträge bzw. die Kosten der Ferienbetreuung zu übernehmen.

Wer finanziell mithelfen will, dass die Flüchtlingskinder einerseits das gleiche Angebot wie einheimische Kinder bekommen und andererseits, dass die heimischen Kinder nicht finanziell schlechter gestellt werden, kann unter IBAN AT15 2027 2000 0062 5806, lautend auf „Verein Volkshilfe“, dafür Spenden.

Ärzte wollen Landsleuten helfen

Keine Neuigkeiten gibt es auch, was die beiden in Windigsteig untergebrachten Ärzte betrifft. Das Arzt-Ehepaar, der Mann ist Chirurg und die Frau Gynäkologin, würden sich gerne für die Betreuung ihrer hier wohnenden Landsleute engagieren, dafür jedoch einen Raum und die Möglichkeit einer Überwachung durch einen österreichischen Arzt brauchen.

Der ehemalige Waidhofner Allgemeinmediziner Walter Weber, der sich für die beiden engagiert und auch Deutsch mit ihnen lernt, könnte sich vorstellen, dass sich ein Raum im Landesklinikum für die beiden findet, wo auch die Überwachung gegeben wäre. Er hat sich diesbezüglich auch bereits an das Büro von Landesrat Karl Wilfing gewandt.

Zehn Asylsuchende auf 78 m²

Doch auch einen anderen Vorfall gab es in der Vorwoche: Ein Waidhofner Bürger hatte sich wegen Problemen mit den in der Anzengrubergasse wohnhaften Asylsuchenden an Gilbert Brodar gewandt. Zuerst war kein Gespräch der beiden möglich, zu erregt war der Bürger. Brodar kontaktierte jedoch den Waidhofner am Abend wieder, und dann kamen die beiden auf einen Nenner. Brodar versprach, bezüglich eines Neuzugangs in der Anzengrubergasse zu helfen. Dass dort derzeit auf 78 m² zehn Asylsuchende wohnen, ist auch für Brodar „alles andere als ein Normalzustand“. Er will helfen, dass dort nicht noch mehr „Brösel“ entstehen.

„Ohne Integration wird es überall gröbere Probleme gerben“, warnt der Volkshilfe-Integrationsbeauftragte und ist überzeugt, dass durch Integration und Verständnis bessere Lösungen zustande kommen.

Freie Plätze werden sofort nachbesetzt

Auch wenn die Quote für Asylsuchende derzeit 1,5 Prozent der Bevölkerung ausmacht, werden es immer mehr Asylsuchende, die tatsächlich in Waidhofen wohnen. Der Grund dafür liegt in der Tatsache, dass jemand, der einen positiven Asylbescheid bekommt, aus den zur Verfügung gestellten Wohnungen ausziehen muss.

Wenn diese Personen in Waidhofen bleiben und die leeren Wohnungen nachbesetzt werden, dann steigt insgesamt die Zahl Menschen, die aus diesem Grund in Waidhofen sind. Das gleiche gilt übrigens für Asylsuchende, deren Asylansuchen abgewiesen wurde und die vorerst noch nicht abgeschoben werden können. Auch durch diese werden Plätze in den Quartieren frei, die von den Vermietern so schnell wie möglich nachbesetzt werden.