Erstellt am 26. April 2017, 05:33

von René Denk

Feuerbeschau ist nicht verfassungswidrig. Waidhofnerin fühlt sich durch Beschau in persönlicher Freiheit eingeschränkt, Rauchfangkehrermeisterin klärt auf.

Die Feuerbeschau sei laut einer NÖN-Leserin verfassungswidrig. Rauchfangkehrermeisterin Proksch-Walter erklärt, dass die Dame einem Irrtum aufliegt und betont die Wichtigkeit der Beschau.  |  shutterstock/Couperfield

Empört wandte sich eine Waidhofnerin an die NÖN: Die in der Stadtgemeinde durchgeführte Feuerbeschau sei verfassungswidrig.

„Vergangene Woche lag ein undatierter Brief von Rauchfangkehrermeisterin Astrid Proksch-Walter in meinem Postkasten. Da keiner meiner Kamine in Betrieb ist und ich mit einer Außendwandtherme heize, wurde ich stutzig“, so die NÖN-Leserin. Nach langer Recherche im Internet hätte sie einschlägige Websites und Gerichtsurteile gefunden, die die Verfassungswidrigkeit belegen würden.

„Weiters fühle ich mich durch diese Wohnungs-Durchsuchung in meiner persönlichen Freiheit, welche ein Grundrecht ist, eingeschränkt. Bitte informieren Sie die Bevölkerung, um unnötige finanzielle, zeitliche und seelische Belastungen der Bürger zu vermeiden“, heißt es im Schreiben der Leserin an die NÖN.

Nach wie vor gültig

„Die Dame ist leider einem Irrtum aufgelegen. Die Feuerbeschau ist Landesgesetz und nach wie vor gültig“, klärt die Rauchfangkehrermeisterin im NÖN-Gespräch auf. Sie möchte sich mit der Dame, die ihr bekannt ist, in nächster Zeit persönlich an einen Tisch setzen, um ein kon struktives Gespräch zu führen und ihr nicht über die Zeitung die Sachverhalte ausrichten.

Weiters betont Proksch-Walter aber die Wichtigkeit, die so eine Feuerbeschau hat und warum das Gesetz großen Sinn mache: „Nach Jahren im eigenen Haus wird man sicher für manche Sachen betriebsblind. Die Feuerbeschau soll Bewusstsein schaffen, was im eigenen Haus gefährlich, aber auch genauso, was beim Nachbarn gefährlich sein oder werden kann. Es ist ein Aufmerksammachen zum Selbst schutz!“

Dunstabzug kann brandgefährlich sein

Beispiele gäbe es dafür viele, wie ein Blitzableiter, bei dem die Ableitung nicht mehr funktioniere, was noch schlimmer sei, als wenn man gar keinen habe; oder die Kontrolle von Rauchfangköpfen, die mit der Zeit verwittern und bei dem die Ziegel lose werden. So könne man schon im Vorfeld Personen- und Sachschaden vermeiden. Stauhitze bei Kaminen vor Sitzgarnituren sind genauso ein Thema wie der Dunstabzug in der Küche. „Das ist eines der gefährlichsten Dinge im Haus: Nach fünf Jahren ist der Filter voller Fett und wirkt wie ein Brandbeschleuniger. Wenn der Abzug dann noch durch das ganze Haus geht, kann das fatale Folgen haben.

Viele wissen das nicht. Die Menschen sind froh, wenn sie schon vor der Beschau mit meinem Schreiben (Anm.: In Schlagworten stehen mögliche Gefahrenquellen darin) mit offenen Augen durch das Haus gehen und schon viele Gefahrenquellen im Vorfeld beseitigen können“, sagt Proksch-Walter. Sie mache seit 2011 Feuerbeschauen, derart massive Aufregung hätte es allerdings noch nie gegeben.