Waidhofen an der Thaya

Erstellt am 19. Juli 2017, 02:51

von Hannes Ramharter

Kinder- und Jugendpsychiatrie: Tagesklinik ab September. Am Landesklinikum Waidhofen werden derzeit Räumlichkeiten adaptiert, Fertigstellung ist bis Ende August geplant, danach nahtlose Betriebsaufnahme.

Nach wie vor wird gegen die Schließung der Geburtshilfe-Abteilung am Landeskrankenhaus Waidhofen gekämpft.  |  Archiv

Das Landesklinikum Waidhofen wird ab September wieder eine neue Abteilung bekommen, die für die gesamte Region bedeutend ist: Die Kinder- und Jugendpsychiatrie wird als Tagesklinik in Waidhofen installiert.

Ursula Marinitsch wird die Kinder- und Jugendpsychiatrische Tagesklinik in Waidhofen leiten.  |  privat

Derzeit wird daran gearbeitet, die Räumlichkeiten für die Bedürfnisse der neuen Abteilung zu adaptieren. Die Fertigstellung der Adaptierungsarbeiten ist für Ende August geplant, dann soll nahtlos der Betrieb aufgenommen werden. Eine offizielle Eröffnungsfeier ist für den Oktober vorgesehen.

„Die neue Abteilung ist einmalig in der Region, Betroffene mussten bisher bis Mauer fahren, auch der nächste Facharzt ist lediglich in Krems“, schildert die zukünftige Leiterin der Abteilung, Ursula Marinitsch den entscheidenden Vorteil, dass diese Einrichtung nun in Waidhofen entsteht.

In der Abteilung wird es zwei Gruppen geben, eine für Kinder und eine für Jugendliche, um alters-adäquate Betreuung gewährleisten zu können. In Anspruch genommen kann die Tagesklinik - die Jugendlichen kommen am Morgen und gehen am Abend nach Hause - bei Schulproblemen, emotionalen und familiären Problemen, Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsstörungen nach Zuweisung durch einen Facharzt oder einen praktischen Arzt.

„Jeder kann aber auch von sich aus kommen, sich einen Termin für ein Vorgespräch geben lassen, dann wird die Entscheidung getroffen, ob die Behandlung in der Tagesklinik richtig ist“, erzählt Ursula Marinitsch.

Auch Lehrer werden zur Verfügung stehen

Insgesamt wird die neue Abteilung zehn Plätze aufweisen, die den beiden Altersgruppen je nach Bedarf zugeordnet werden sollen. „Die Kinder und Jugendlichen verbringen dann den ganzen Tag bei uns, werden bei uns auch unterrichtet und therapiert. Das bedeutet, dass ebenfalls bei Bedarf auch zwei ,Heilstättenlehrer‘ und weitere fünf Oberstufenlehrer zur Verfügung stehen werden“, so Marinitsch.

Die durchschnittliche Verweildauer in der Tagesklinik wird auf circa zwölf Wochen geschätzt. Die Klinik ist allerdings „nur“ werktags offen, am Wochenende sind die Kinder und Jugendlichen bei ihren Familien.

Das Team rund um Abteilungsleiterin Marinitsch wird derzeit aufgestellt, von Anfang an soll es neben der Fachärztin auch einen Psychologen, Ergotherapeuten und Sozialarbeiter geben.

Eine enge Zusammenarbeit der Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie mit den Sozialabteilungen der jeweiligen Bezirkshauptmannschaften, Einrichtungen wie dem Hilfswerk, der Caritas, dem Haus der Zuversicht, der Kinderabteilung des Landesklinikums Zwettl, mit Psychologen und Therapeuten, Ärzten, dem Ambulatorium für ganzheitliche Förderung, Kinderschutzzentren und ähnlichen Einrichtungen ist selbstverständlich geplant.

„Wir freuen uns, dass wir mit Ursula Marinitsch eine angesehene Ärztin für den neuen Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie in Waidhofen gewinnen konnten. Mit der im Aufbau befindlichen tagesklinischen Einheit sind wir am Puls der Bedürfnisse und erfüllen einen regionalen Bedarf an Betreuungsplätzen“, meinte LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf.