Erstellt am 22. Juni 2016, 11:40

von Michael Schwab

Diskussion um Kostenbeitrag. Waidhofen-Land soll die vollen Kosten für zweite Integrationsgruppe im Stadtkindergarten zahlen.

Bürgermeister Christian Drucker vor der freien Fläche zwischen Gemeindeamt und Kindergarten, wo die dritte Kindergartengruppe entstehen könnte.  |  NOEN, Michael Schwab

Für Diskussionen sorgte in der Gemeinderatssitzung vom 20. Juni der Kostenbeitrag der Gemeinde Waidhofen-Land für ein Kind in der heilpädagogischen Integrationsgruppe im Kindergarten der Stadtgemeinde Waidhofen.

Bürgermeister Christian Drucker erklärte, dass das Kind seit zwei Jahren diese Gruppe besucht, und dass dafür seitens der Stadtgemeinde Waidhofen ein Kostenbeitrag von 2.500 Euro pro Jahr verrechnet wurde. „Bisher gingen vier Kinder in die Integrationsgruppe, jetzt ist die Gruppe mit fünf Kindern aus der Stadtgemeinde voll, und unseres wäre das Sechste. Da eine solche Gruppe aber nur fünf Kinder aufnehmen darf, bräuchte man nun eine zweite Integrationsgruppe. Für die dafür erforderliche zusätzliche Stützkraft will uns die Stadtgemeinde Waidhofen die vollen Kosten in Höhe von rund 11.300 Euro verrechnen“, fasste Drucker zusammen.

Ein Vorgehen, mit dem er und der Gemeindevorstand nicht einverstanden sind. „Warum rechnet man nicht die Kosten für die beiden Stützkräfte zusammen, und verteilt sie aliquot?“, warf FPÖ-Gemeinderat Erich Vogler auf.

Dritte Gruppe möglich

Wie Drucker auch ausführte, sei das Kind ohnehin nur drei Tage pro Woche im Kindergarten, und die übrigen zwei Tage zu Therapien im Haus der Zuversicht.

In weiteren Diskussionen kristallisierte sich ein Grundsatzbeschluss heraus. „Wir übernehmen nur die anteiligen Kosten, bzw. nur jene für drei Tage, wobei dann die Stützkraft nur für unser Kind zuständig ist“, formulierte Drucker den Beschluss, der daraufhin einstimmig gefällt wurde.

In Zukunft könnten derartige Diskussionen in der Gemeinde Waidhofen-Land ohnehin hinfällig sein. Denn der mit 40 Kindern voll ausgelastete Kindergarten und die Prognose der Neuzugänge in den kommenden Jahren würde eine dritte Gruppe möglich machen. Derzeit müssen sieben Kinder bereits in andere Kindergärten ausweichen (sechs nach Waidhofen, eines nach Schrems), und für 2017 hätten aus heutiger Sicht bereits neun Kinder keinen Platz.

Zubau würde rund 325.000 € kosten

Daher ließ die Gemeinde von der Firma Reissmüller einen Plan für einen Zubau anfertigen, der auf der freien Fläche zwischen Amtshaus und Kindergarten Platz finden würde und etwa 130 m Zusatzfläche bieten würde. Eine Kostenschätzung beläuft sich auf 325.000 Euro - ohne Einrichtung. „Derzeit ist noch die Frage offen, ob die Gartenfläche reicht, und ein paar andere Dinge, welche sich die zuständige Fachabteilung des Landes anschauen muss. Sollten wir das Okay bekommen, könnte der Zubau bis Herbst 2017 fertig sein“, betonte Drucker in der Sitzung.

Der Gemeinderat fällte anschließend den einstimmigen Grundsatzbeschluss, das Vorhaben weiter zu verfolgen.

Fix sind hingegen schon neue Spielgeräte für den Kindergarten - hier beschloss der Gemeinderat einstimmig den Ankauf für 15.000 Euro exkl. MwSt. bei der Firma Linsbauer.

Auch für den Spielplatz in Kainraths wurde der Ankauf neuer Spielgeräte, ebenfalls von Linsbauer, für 14.645 Euro inkl. MwSt. beschlossen.