Waidhofen an der Thaya

Erstellt am 28. Juni 2017, 04:46

von Hannes Ramharter

Nach harter Arbeit: Radweg Thayarunde ist eröffnet. Es war kein einfacher Weg, die 111 km lange Route fertig zu stellen. Umso größer war die Freude, dass das touristische Leitprojekt nun fertig ist.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner holte bei der Eröffnung der Thayarunde auch die Bürgermeister bzw. deren Vertreter vor den Vorhang. Im Bild die Landeshauptfrau mit Rudolf Mayer, Manfred Wühl, Gerald Matzinger, Franz Gressl, Eduard Köck, Roland Datler, Willibald Pollak, Reinhard Deimel, Anette Töpfl, Roman Fabes, Helmut Schuecker, Robert Altschach, Harald Hofbauer, Christian Drucker, Thomas Fraißl und Rudolf Hofstätter.  |  Ramharter

„Großen Bahnhof“ für die Eröffnung des Radwegs „Thayarunde“ gab es am Samstag am Bahnhof Waidhofen. Nach vielen Jahren harter Arbeit freuten sich nicht nur die Verantwortlichen des Zukunftsraums „Thayaland“, dass ihr touristisches Leitprojekt nun endlich auch offiziell eröffnet werden konnte.

Als Vorsitzender des Zukunftsraums begrüßte Bürgermeister Reinhard Deimel aus Dobersberg die Gäste. Er stellte klar, dass es kein einfacher Weg war, bis die 111 km lange Radroute fertiggestellt werden konnte. „Es gab aufwendige Bewilligungsverfahren, die Zwischenrufe einiger Wenigen haben viel Zeit gekostet und das Projekt verzögert“. Deimel bedankte sich bei der Bezirkshauptmannschaft Waidhofen für die „souveräne Vorgangsweise“ bei den Bewilligungsverfahren, die daher auch in der nächsten Instanz gehalten haben und bei den Gemeinden für die Mitarbeit „über Parteigrenzen hinweg“.

 

 

Er hob auch die gute Partnerschaft der tschechischen Gemeinden in schwierigen Phasen des Projekts hervor. „Unsere Entscheidung war richtig, es ist ein tolles Projekt mit viel Potenzial“, betonte er nochmals. Dank stattete Deimel auch dem Land NÖ ab, das die Errichtung der Thayarunde mit sieben Millionen Euro unterstützte. „Wir hoffen, dass wir bis zu 25.000 Radler pro Jahr damit in die Region bringen können und das Alltagsradeln auch für unsere Bevölkerung attraktivieren konnten“, hob Deimel nochmals hervor.

Man sehe auch bereits jetzt, dass die Bevölkerung mit dem neuen Freizeitangebot glücklich sei, da sie den Radweg bereits jetzt sehr intensiv nutzt. Insgesamt gibt es 50 km neu asphaltierten Radweg auf den ehemaligen Bahntrassen und 61 km auf wenig befahrenen Nebenstraßen. Durch die geringen Höhenunterschiede sei der Radweg auch für Familien mit Kindern und die Generation 50+ interessant.

Abschließend bedankte sich Deimel auch noch bei einem ganz wichtigen Partner bei der Errichtung, der Straßenbauabteilung 8 des Landes sowie bei der Brückenmeisterei Zwettl und den Straßenmeistereien Waidhofen, Raabs und Dobersberg, die immer mit Rat und Tat zuhilfe standen.

Appell an die Verantwortung

Die Sicherheit sei den Errichtern der Radroute ein großes Anliegen - „wir sind daher immer für Anregungen dankbar“ - und in diesem Zusammenhang appellierte Reinhard Deimel auch an die Verantwortung der Radfahrer.

Die Errichtung des Radweges habe auch die Möglichkeit ergeben, die ersten Schritte für Breitband-Infrastruktur in der Region zu setzen. Nun wolle man die Schienen von Waidhofen nach Schwarzenau erhalten und einer touristischen Nutzung zuführen, nicht zuletzt, um den Anschluss der Bezirksstadt Waidhofen an das Schienennetz zu sichern.

Bürgermeister Robert Altschach freute sich, dass dieses Fest nach jahrelangem Dornröschenschlaf am Bahnhof Waidhofen stattfinden konnte. Er sprach die Hoffnung aus, dass die verbliebenen Schienen in Zusammenarbeit mit dem Museums- und Lokalbahnverein Zwettl in Zukunft für Nostalgiefahrten genutzt werden können. Die starke Zunahme an Radtouristen aus dem In- und Ausland sei bereits klar erkennbar. Altschach dankte allen, die jetzt schon in den Ausbau von Gästebetten investiert haben. „Die Zusammenarbeit in der Kleinregion war mustergültig, besonderer Dank gebührt Reinhard Deimel, dem Mastermind der Thayarunde“, schloss Altschach.

Gerald Matzinger, Bürgermeister der Stadtgemeinde Groß Siegharts und Bezirksvorsitzender der SPÖ-Gemeindevertreter sprach in Vertretung von Landesrat Maurice Androsch. „Die Vision Radweg war eine tolle Sache, wir wollten etwas aus der zuwuchernden Bahnlinie machen und sind froh, dass wir diesen Schritt über die Parteigrenzen hinweg setzen konnten“, betonte er.

Fortsetzung bis Iglau geplant

Auch der Bürgermeister der Waidhofner Partnerstadt Telc, Roman Fabes, gratulierte zur Fertigstellung „dieses wunderbaren Projekts“. „Wenn die Geburt schwer ist, ist das Leben umso schöner und länger“, meinte Fabes. Man habe schon gesehen, dass durch das Projekt Leben in die Region komme und will nun in Tschechien eine Verbindung von Iglau über Trest, Telc, Dacice nach Slavonice und damit zur Thayarunde schaffen.

„Die Mühe hat sich gelohnt“, meinte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner zu Beginn ihrer Eröffnungsrede. Und sie stellte klar: „Wer mit dem Rad fährt, kann die Schönheiten der Landschaft genießen, hält sich fit und macht etwas für die Umwelt.“ Niederösterreich sei in den letzten Jahren „zum Radland geworden“ und habe mehr als 4.200 km Radwege für jedermanns Geschmack. Besonders der Donauradweg sei ein touristischer Meilenstein geworden, die Thayarunde eine Aufwertung des Waldviertels. Mikl-Leitner erwartet, dass der neue Radweg auch zusätzliche Wertschöpfung in die Region bringen und der Wirtschaft neue Impulse geben werde. „Das ist erst der Anfang, aber es ist eine tolle Grundlage, dass viele Touristen kommen“, betonte sie. Der Radweg bringe aber den hier wohnhaften Menschen zusätzliche Lebensqualität.