Waidhofen an der Thaya

Erstellt am 14. Juni 2017, 05:24

von René Denk

Tragödie am Horst: Jungstorch tot, Mama gesucht.... Andreas Müssauer ersucht Waidhofner um Hilfe bei der Suche nach lahmendem Storch: „Sofort anrufen!“

Das letzte Foto der Storchenmutter, die gesucht wird. Sie lahmt und hat eine Beringung. Wer sie sieht, soll sofort Andreas Müssauer anrufen.  |  Müssauer

Tragische Ereignisse bei der Storchenfamilie am Horst der Bäckerei-Konditorei Müssauer fanden in der Vorwoche statt.

Nach der großen Freude über die vier gesunden Jungstörche des Paares ist die Storchenmutter abgängig; wenige Tage, nachdem sie nicht mehr „daheim“ zu sehen war, wurde ein toter Jungstorch aus dem Horst geworfen. Bäcker- und Konditormeister Andreas Müssauer ist sich sicher, dass es die Mutter war, weil sie beringt ist. Mittlerweile wurde die Storchenmama schon öfters gesichtet, auch in der Nähe des Sportplatzes. Sie dürfte schwer am Fuß verletzt sein und lahmt. Am Samstag wurde Müssauer auf den Sportplatz gerufen, als er dort ankam, war es aber schon zu spät.

"Bitte sofort anrufen!"

„Wir wollen sie unbedingt einfangen. Wer die lahmende Storchenmama sieht, soll sie nicht verjagen oder sich ihr nähern und mich bitte sofort unter meiner Handynummer 0664/422 77 76 anrufen“, bittet Müssauer um Mithilfe der Waidhofner. Müssauer will sie einfangen und zur medizinischen Betreuung auf die Veterinärmedizinische Universität Wien bringen.

Nachdem der Papa-Storch nun alleine die Fütterung übernehmen muss, ist der Horst oft leer. Bisher wechselte sich das Paar ab und es blieb immer ein Vogel beim Nest. Jetzt dürften die Jungvögel schon groß genug sein, dass die Anwesenheit eines Elternteiles nicht mehr unbedingt nötig ist.

Bäcker- und Konditormeister Andreas Müssauer will die Storchenmutter unbedingt finden. Er hat mit der Fütterung der Jungstörche begonnen.  |  René Denk

Müssauer bedauert, dass das schwächste Küken nicht überlebt hat. „Die anderen drei entwickeln sich prächtig. Es treiben schon die Federn aus“, schildert er. Damit das auch so bleibt, hat er bereits mit der Zufütterung begonnen. „Der Vater kann alleine wahrscheinlich zuwenig Futter zum Horst bringen“, so der Konditormeister, der auch beobachtete, dass der Storchenvater derzeit sich nur sehr wenig am Horst aufhält. Wahrscheinlich, um verstärkt Futter an den Horst zu bringen.

René Denk

Müssauer bekommt bei der Fütterung Hilfe von der mobilen Außengruppe der Caritas, zuständig für die Waldrappe: Er bekommt das Waldrapp-Futter in Form von gefrorenen Küken zur Versorgung der Jungstörche. In eineinhalb Monaten werden die Jungstörche ausgewachsen sein und wegfliegen können.