Waidhofen an der Thaya

Erstellt am 18. April 2017, 14:27

von NÖN Redaktion

Vollmondgespräche: „Ich lebe nach vorne“. Zum Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe der Waldviertel Akadmie erzählte Erni Mangold aus ihrem Leben.

Waldviertel Akademie-Vorsitzender Ernst Wurz, Bürgermeister Robert Altschach, Erni Mangold, Autorin Doris Priesching, Vorstandsmitglied Gerhard Proißl und Geschäftsführer Christoph Mayer freuten sich über die erfolgreiche Veranstaltung.  |  NOEN, Waldviertel Akademie

Zu den ersten Vollmondgesprächen der Waldviertel Akademie am 11. April waren fast 300 Personen gekommen, die den humorvollen Ausführungen der Schauspielerin Erni Mangold lauschten.

Mangold, 1927 geboren, präsentierte sich auf der Bühne von ihrer besten Seite. Gemeinsam mit Doris Priesching, die das Buch „Lassen Sie mich in Ruhe“ zu Papier gebracht hat, entwickelte sich ein informationsreiches Bühnengespräch, das für viele Lacher sorgte. Die Schauspielerin erzählte auch über ihre Liebe zum Waldviertel: „Ich habe nicht eine Sekunde gebraucht, um mich hier wohl zu fühlen – und die Ködn hob i gern.“ Auf ihren Gesundheitszustand angesprochen, hatte Mangold die richtige Antwort parat.

„Die Gene sind das nicht. Ich mache zwei Mal in der Woche 1,5 Stunden Krafttraining. Ich gehe kaum zur Kosmetik, aber meine Muskeln liebe ich.“ Zu ihrer geistigen Fitness meinte Erni Mangold: „Ich bin neugierig. Ich bin ein Mensch, der nach vorne lebt und ich interessiere mich für alles.“

Derzeit steht Mangold noch bis Jahresende im Stück „Harold und Maude“ im Theater in der Josefstadt in Wien auf der Bühne. „Am 12. 12. mache ich die Tür zu und trete nie wieder im Theater auf“, so Mangold, die aber gleich relativierte: „Film und Fernsehen mach ich schon, das sind nur zirka zwölf Stunden Arbeit am Tag und nur fünf bis sechs Tage, das stehe ich locker durch.“

„Schauspiel-Job ist nicht mehr anstrebenswert“

Mangold beeindruckte das Publikum mit ihrer Direkt- und Offenheit und ihren humorvollen Erzählungen, ihre Sexszenen in „Der letzte Tanz“ und „Der 101jährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand“ durften dabei nicht fehlen. Zu ihrem Job als Schauspielerin hat Mangold aber eine sehr kritische Ansicht: „Es hat sich sehr viel geändert, der Job ist nicht mehr anstrebenswert, es gibt viele, die auf der Straße stehen.“

Bei den Waldviertler Vollmondgesprächen sollen Persönlichkeiten aus dem deutschsprachigen Raum erzählen. „Wir haben mit dieser Schiene einen weiteren und neuen Höhepunkt im Veranstaltungsjahr geschaffen und freuen uns schon auf die zweite Ausgabe im Herbst“, erklärt Geschäftführer Christoph Mayer.