Erstellt am 23. April 2016, 05:14

von Edith Hofmann

Kostprobe als Autor - Anekdoten und Erlebnisse. Schauspieler Günther Tolar las Geschichten aus seinem Leben vor und präsentierte ernste Themen mit Humor.

Günter Tolar und »La Petite Grange« - Hausherrin Roswitha Lamb - vor Jahren lebten sie Tür an Tür in einem Wiener »Plattenbau«.  |  NOEN, Edith Hofmann

„Günter Tolar? Wer ist das?“, fragt sich wohl die Generation der unter 40-Jährigen. Die ältere Generation kennt den 77-Jährigen als Entertainer und Schauspieler. Er gab am 16. April in „La Petite Grange“ eine Kostprobe aus seiner Tätigkeit als Autor.

Humorvoll und interessiert vertieft sich Tolar ins Gespräch mit den Besuchern über Gartenarbeit und Hausputz bereits vor der Lesung, lockert die Stimmung bei der freien Sitzplatzwahl auf, indem er auf seinen Stuhl zeigt und meint: „Hier ist besetzt“, und liest dann mehr als eine Stunde lang Anekdoten und Ereignisse aus seinem Leben.

Rüben stehlen und Bühnenhoppalas

Tolar schildert dabei die Geschehnisse in den Kriegsjahren und während der Nachkriegszeit, erzählt, wie ihn seine Mutter (eine Lehrerin) unterrichtete, Rüben für den Zuckersirup zu stehlen, erinnert sich an den Start seiner Karriere beim Fernsehen oder stellt sich in seinem Buch „Mein Mann“ dem Thema Homosexualität und seiner „Vermarktung“ als Aufputz bei verschiedenen Partys.

Während Tolar es versteht, ernste Themen auch mit Humor zu präsentieren, bleibt bei seinen Schilderungen über Schauspielerkollegen und ihre kleinen und größeren Bühnenhoppalas dann tatsächlich kein Auge mehr trocken. „Wir hören noch aufmerksam zu“, ist nach einer Stunde wohl Zeugnis dafür, wie lebendig Tolar seine ausgewählten Texte darbrachte.