Erstellt am 28. April 2015, 11:14

von Michael Schwab

Infraschall Hick-Hack in Blumau. Gegner sprechen von Gefälligkeitsgutachten, EVN weist diese Vorwürfe entschieden zurück.

Argumente gegen den Windpark in der Wild brachten Andrea Neuwirth, Alfred Schmudermayer, Manfred Maier und Wolfgang Lechthaler.  |  NOEN, Michael Schwab

Zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung anlässlich des geplanten Windparks in der Wild luden Windkraftgegner am vergangenen Sonntagabend ins Gasthaus Kretschmer.

Rund 30 bis 40 Personen waren gekommen, darunter einige bekannte Gesichter, wie Organisatorin Andrea Neuwirth zu Beginn anmerkte. Die Stimmung war merklich aufgeheizt, die Besucher hielten mit Wortmeldungen nicht hinter dem Berg.

Nach einer kurzen Einführung durch den Biologen Wolfgang Lechthaler und einem Referat von Alfred Schmudermayer über die Effizienz von Windkraftanlagen, die, so Schmudermayer, laut seinen Unterlagen erhebliche Stillstandszeiten aufweisen und deren Ertrag weit hinter der theoretisch installierten Leistung zurückbleibe, wurde vom Arzt Manfred Maier auch das Thema „Infraschall“ und seine möglichen gesundheitlichen Folgen aufgegriffen.

Wie ein roter Faden zogen sich Behauptungen, die Gutachten, mit welchen die Betreiber ihre Windparks einreichen, seien reine Gefälligkeitsgutachten, durch die Argumentation der Gegner. Die Windkraftbetreiber würden sich demnach ihre eigenen Gutachten ausstellen, bis hin zur Umweltverträglichkeitsprüfung.

„Experten haben Ruf zu verlieren“

Einen Einwand, den die EVN so nicht gelten lässt. Zwar werden die Gutachten von den Betreibern bezahlt, dies sei aber nichts anderes, als dies auch etwa bei Statikgutachten bei der Einreichung von Bauvorhaben der Fall sei, die ebenfalls vom Bauwerber zu bezahlen seien. „Warum sollte die Allgemeinheit diese Gutachten bezahlen?“ wirft EVN-Sprecher Stefan Zach die Frage auf.

Es sei seiner Ansicht nach äußerst unwahrscheinlich, dass sich renommierte Experten für „Gefälligkeitsgutachten“ gewinnen lassen, schließlich stünde dabei ihr Ruf und damit ihre geschäftliche Zukunft auf dem Spiel.

„Die Behörde prüft die eingereichten Gutachten als zweite Instanz sehr streng. Wenn sich da irgendwelche Ungereimtheiten oder unplausible Dinge finden, wird das Gutachten zurückgewiesen. Abgesehen davon entspräche so ein Vorgehen überhaupt nicht unserer Firmenphilosophie“, stellt Zach klar.

Hinsichtlich Infraschall verweist er auf eine Aussage Heinz Fuchsigs, des Umweltreferenten der Österreichischen Ärztekammer. „Die Auswirkungen sind gut erforscht, in Österreich wird kein Anrainer durch Infraschall regulär genehmigter Anlagen gefährdet“, heißt es in der Stellungnahme. Auch für den ordnungsgemäßen Abbau der Windräder nach Ablauf der Nutzungsdauer bzw. den Ersatz sei im Falle von EVN-Windparks vertraglich gesorgt, so Zach.