Erstellt am 03. Juni 2016, 13:55

von NÖN Redaktion

Aktion scharf bei Eisenbahnkreuzung in Winzendorf. Rotlichtsünder im Bezirk Wiener Neustadt müssen nun doppelt aufpassen: Beim Bahnübergang in Winzendorf, der mit einem Rotlicht gesichert ist, wurde nun eine Überwachungskamera installiert.

 |  NOEN, ÖBB, Alexandra Wallner

Im Industrieviertel sind jetzt zwei Überwachungskameras an Bahnübergängen in Betrieb gegangen – eine an der Wiener Neustädter Straße (L87) in Winzendorf im Bezirk Wiener Neustadt und eine an der Eisenbahnkreuzung Witzelsberger Straße in Gleißenfeld im Bezirk Neunkirchen.

Am Bahnübergang in Gleißenfeld haben es in den vergangenen Jahren vier schwere Unfälle ereignet, bei denen leider auch zwei Todesopfer zu beklagen waren. Außerdem hat es zahlreiche Beobachtungen von nicht ordnungsgemäßem Überquerungen gegeben, so dass trotz einer Frequenz von „nur“ 1.000 Fahrzeugen pro Tag eine Überwachungsanlage als notwendig erachtet wurde.

Im Falle von Winzendorf hat es in den vergangenen Jahren fünf schwerere Unfälle gegeben. Dazu kommt, dass die Kreuzung durchschnittlich von 3.000 Fahrzeugen pro Tag überquert wird und sehr viele Ausflügler auf dem Weg nach Puchberg am Schneeberg diese Kreuzung benützen.

Das richtige Verhalten beim Überqueren von Eisenbahnkreuzungen ist Voraussetzung, um die Sicherheit für alle VerkehrsteilnehmerInnen auf Straße und Schiene zu gewährleisten. Deshalb errichten die ÖBB in Kooperation mit Gebietskörperschaften und Behörden Rotlichtüberwachungsanlagen. Diese kontrollieren das zeitgerechte Stehenbleiben und Anfahren beim Überqueren von Eisenbahnkreuzungen und haben das Ziel, das oft riskante Verhalten einzelner Verkehrsteilnehmer zu verändern.

Nächster Schritt für mehr Sicherheit

Mit der Rotlichtüberwachung bei Eisenbahnkreuzungen setzen die ÖBB einen weiteren Schritt zu mehr Verkehrssicherheit bei Bahnübergängen – neben vielen anderen Tätigkeiten, wie der Errichtung von Schrankenanlagen oder der Reduzierung/Auflassung von niveaugleichen (Straße kreuzt Schiene) Bahnübergängen. Insgesamt sind in Österreich derzeit 18 derartige Anlagen in Betrieb, in Niederösterreich sind es fünf – Winzendorf, Gleißenfeld, Allensteig, Pöchlarn, Bockfließ.
 
Die Errichtung einer Rotlichtüberwachung unterliegt einem behördlichen Ermittlungsverfahren, bei dem die Voraussetzungen für eine automatisierte Überwachung genauestens geprüft werden. Ausschlaggebend für die Auswahl der Eisenbahnkreuzungen sind drei Hauptkriterien:

  • Unfallzahlen

  • Beobachtungen des Verhaltens der Verkehrsteilnehmer (durch Polizei, Lokführer etc.)

  • Der tägliche Verkehr (Frequenz)

x  |  NOEN, ÖBB, Alexandra Wallner

Fotos gehen direkt an die Polizei

Die Anlagen funktionieren ähnlich wie die Rotlicht-Blitzer bei reinen Straßenkreuzungen: Sobald ein Kraftfahrzeug die Eisenbahnkreuzung trotz Rotlicht überquert, wird „geblitzt“ und das Kennzeichen mittels Foto erfasst (keine Videoaufnahme).

Die ÖBB haben dabei keinen Zugriff auf die Daten der Überwachungskameras. Die Fotoaufnahmen werden vollautomatisiert an die Exekutive sowie an die zuständige Bezirkshauptmannschaft weitergeleitet. Sämtliche Übertretungen der Straßenverkehrsordnung werden ausnahmslos zur Anzeige gebracht.