Erstellt am 12. Juli 2016, 04:00

von Josef Kleinrath

Anklage gegen Hakenkreuz-Opfer erhoben. Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass sich das Hakenkreuz-Opfer schwere Verletzungen selbst zugefügt hat.

Robert Torner beim NÖN-Lokal-Augenschein nach dem vermeintlichen Übergriff. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft gegen ihn Anklage erhoben.  |  Baldauf

Jetzt ist es fix: Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen Robert Torner und seine Frau erhoben. Der Bad Fischauer war seinen Schilderungen zufolge zweimal von Unbekannten überfallen worden, dabei seien ihm Hakenkreuze auf dem Körper und auf dem Kopf eingeritzt worden. Rasch ist allerdings er selbst in das Visier der Ermittler geraten.

Nach langen intensiven Erhebungen hat nun die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt entschieden: Gegen Torner und seine Frau wird Anklage erhoben. Die Vorwürfe gegen Torner: Falsche Beweisaussage und Vortäuschung einer Straftat, gegen seine Frau wird wegen falscher Beweisaussage und Verleumdung Anklage erhoben.

Die Staatsanwaltschaft stützt sich dabei auf ein Gutachten, das dem Angeklagten „ein gesteigertes Verlangen nach Aufmerksamkeit“ attestiert. Ausgangslage dürfte ein lange schwelender Nachbarschaftsstreit sein.

Nach dem ersten vermeintlichen Übergriff im Herbst kam es zu einer Gerichtsverhandlung, bei der ein Beschuldigter – er ist Nachbar des nun Angeklagten – aus Mangel an Beweisen freigesprochen wurde. Nach dem neuerlichen Übergriff im Frühjahr kam es zu neuen intensiven Ermittlungen, die nun in der Anklage des vermeintlichen Opfers mündeten.

Torner selbst, der bereitwillig seine Verletzungen zeigte und detailgetreu gegenüber der NÖN geschildert hat, war für eine Stellungnahme nicht erreichbar, seine Frau meinte im NÖN-Gespräch: „Wir sind nur noch geschockt, mehr können wir dazu jetzt nicht sagen. Wir wissen noch gar nichts Neues, wir haben keine Anklage bekommen.“

Ein Verhandlungstermin steht übrigens bislang noch nicht fest.