Erstellt am 21. März 2017, 04:58

von Bettina Kreuter

Nur ÖVP sagt Ja zu Thermalbad-Sanitäranlagen . Der neue Sanitärpavillon im Bad kostet statt 150.000 nun 300.000 Euro. Darüber wurde im Gemeinderat diskutiert.

Der neue Sanitärpavillon im Bad soll auf Wunsch des Bundesdenkmalamtes als Bau von 2017 erkennbar sein. Das restliche denkmalgeschützte Ensemble des Bades stammt von 1899.  |  NOEN, privat

ÖVP-Bürgermeister Reinhard Knobloch leitete den Tagesordnungspunkt zum Sanitärpavillon mit den Worten ein: „Es ist diskussionswürdig. Durch die Wünsche des Bundesdenkmalamtes und der Gewerbebehörde haben sich die Kosten dramatisch erhöht.“ Um das Doppelte: von 150.000 auf 300.000 Euro. „Bei einer zweckmäßigen Einrichtung hätten wir ein Drittel sparen können“, glaubt SPÖ-Mandatar Thomas Swoboda.

Fakt ist, dass das Thermalbad zum Ganzjahresbetrieb aufgewertet werden soll. Dazu würde es insgesamt 800.000 Euro benötigen. „Die Hälfte davon bekommen wir als nicht-rückzahlbare Förderungen. Aber nur unter diesen Voraussetzungen. Jeder hat dem Ganzjahresbetrieb zugestimmt“, so Knobloch. „Die Förderung bekommen wir nur als Ganzjahresbetrieb“, klärt auch ÖVP-Vize Klemens Sederl auf.

"Es fehlen Umkleidekabinen!" Knobloch, ÖVP

Knobloch sieht im Sanitärpavillon keinen Luxus, sondern nur eine Dienstleistung an die Klientel im Bad: „Es sind Duschen wie in einem Wellnessbereich. Die Anzahl der Toiletten war vorher zuwenig.“ Und die Fußbodenheizung brauche es bei einer ganzjährigen Nutzung. BÜLI-Gemeinderat Harald Fischer fehlt die Meinung der Besucher: „Welche Gäste wurden in die Planung eingebunden? Beim Sanitärpavillon fehlen Umkleidekabinen.“ ÖVP-Ortschef Knobloch betont, dass der Gestaltungsspielraum ohnehin zu eng war: „So wie es ausschaut, trägt es die Handschrift des Bundesdenkmalamtes.“ Der zuständige Landeskonservator ist derzeit auf Urlaub.

Letztendlich stimmten nur die anwesenden zehn ÖVP-Vertreter den Arbeitsvergaben zum Sanitärpavillon zu. SPÖ, BÜLI und FPÖ waren dagegen. SPÖ-Mandatar Horst Gmeiner wünscht sich öfter Bauausschuss-Sitzungen: „Dann wissen wir früher über Veränderungen und höhere Kosten Bescheid.“